Seit dem 17.05.2021 finden Gleisbauarbeiten auf der SL 041 auf dem Abschnitt zwischen den Haltestellen Gutenbergstraße und Obergplatz statt.
Wie bereits hier im Forum vor zwei Wochen (16.05.) berichtet, soll auf diesem Abschnitt ein klimafreundliches Rasengleis entstehen, worauf die Straßenbahn verkehren soll. Die Baumaßnahmen sollen noch bis ca. September 2021 andauern.
In dieser Zeit wird die SL 041 auf der Strecke St. Tönis – Hbf mit SEV befahren.
Auf dem Abschnitt zwischen Rheinstr. und Fischeln Grundend verkehren montags-freitags ca. von 4 bis 20 Uhr, sowie samstags von ca. 8 bis ca. 19 Uhr die verlängerte SL 043 bis nach Fischeln (Details siehe Beitrag vom 16.05.),
zu den übrigen Zeiten und an Sonn- und Feiertagen verkehrt hingegen die SEV-041 von St. Tönis aus durchgängig bis nach Fischeln, und die 043 endet wie gewohnt am Hauptbahnhof.
Fahrzeugtechnisch werden sieben Fahrzeuge weniger als üblich benötigt (24 statt 31), da für die Linie 041 ganze neun Kurse entfallen, wohingegen die zeitweise Verlängerung der 043 bis nach Fischeln nur zwei Kurse mehr benötigt werden.
Starten wir den Bildbeitrag mit zwei alten Fotos, das den Ort vor Beginn der Baumaßnahmen zeigen soll.
1) Vor ziemlich exakt einem Jahr, am 28.05.2020, konnte FOC 670 auf diesem Abschnitt zwischen den Haltestellen Obergplatz und Gutenbergstraße fotografiert werden.
Er befindet sich etwa auf halber Strecke in Fahrtrichtung Fischeln Grundend, dem gerade FOC 611 in Richtung St. Tönis entgegnet; im Hintergrund ist die Straßenbahnhaltestelle Obergplatz zu sehen.
Auf der Überführung, die FOC 670 gerade unterquert hatte, verkehrt die Regionalbahnlinie RE10 zwischen Kleve und Düsseldorf; in unmittelbarer Nähe dieser Überführung soll zukünftig der neue Halt „Obergplatz“ für die RE10 und der neu einzuführenden Linie RB41 entstehen.

2) In die Gegenrichtung, hat FOC 664 fünf Tage später, am 02.06.2020, gerade die Haltestelle Gutenbergstraße in Fahrtrichtung St. Tönis verlassen.

Und nun kommen wir zu den aktuellen Bildern.
29.05.2021
Am heutigen Samstagabend, war ich das erste Mal nach Beginn der Gleisbauarbeiten vor zwölf Tagen, dort fotografieren.
Tatsächlich ist es dabei so, dass die Strecke trotz dem SEV auf der 041 täglich planmäßig befahren wird – nur ohne Fahrgäste.
Denn aufgrund der Tatsache, dass der einzige Betriebshof der SWK, der Betriebshof am Weeserweg, nur kurz hinter der Haltestelle Obergplatz liegt, ist die St. Anton- bzw. St. Töniser Str., die Strecke der SL 041 zwischen Rheinstraße und Obergplatz, betrieblich ungünstigerweise tatsächlich die einzige Strecke, die den Betriebshof mit dem gesamten Rest des Netzes verbindet (mit Ausnahme der kurzen Strecke der SL 041 Schicks – St. Tönis).
So fahren aktuell noch jeden Tag morgens die aus dem Betriebshof ausfahrenden und abends die in den Betriebshof einfahrenden Straßenbahnlinien über die Baustelle. Da dies jedoch meist außerhalb der Arbeitszeiten der Bauarbeiter geschieht (die letzten Ausfahrten erfolgen montags-freitags ca. gegen 7 Uhr und die ersten Einfahrten erst ca. ab 20 Uhr), sind die Bauarbeiter von den dann verkehrenden Straßenbahnen ungestört.
Vom Sonnenstand her sind diese Zeiten ziemlich ungünstig, da die Sonne noch zu diesen Uhrzeiten ziemlich tief steht.
Anders jedoch ist das an Samstagen. An Samstagen verkehren die letzten Bahnen erst kurz vor 9 Uhr aus dem Betriebshof aus und die ersten Bahnen fahren bereits kurz vor 19 Uhr wieder hinein.
Zusammen mit der aktuell doch schon bereits ziemlich langen Tageszeit, steht die Sonne zu diesen Zeiten schon hoch genug, um einige schöne Fotos machen zu können.
Genau diese Chance nutzte ich also heute, die wenigen Einrücker-Straßenbahnfahrzeuge, die dort zu einer geeigneten Uhrzeit verkehren, an der Baustelle zu fotografieren.
An der Rheinstraße wurde ich schon bereits von solch einem Einrücker abgeholt. Tatsächlich kann man mit den Einrücker-Fahrzeugen bis zur letzten Ausstiegsmöglichkeit, normalerweise Obergplatz, noch mitfahren.
FOC 670 war einer der ersten Fahrzeuge, die heute eingerückt sind. Auf der DFI-Anzeige ist zu erkennen, dass danach noch einige „Obergplatz“-Wagen folgen – so werden Fahrten ausgeschildert, mit denen man noch bis zum Obergplatz mitfahren kann, bevor der Wagen dann an der nächsten Kreuzung links ins Betriebshof einbiegt. Im Aushangsfahrplan sind diese Fahrten aber meist nicht eingetragen.

Normalerweise – aber anders aktuell. An der Rheinstraße beispielsweise sind tatsächlich drei Fahrten der Linie 041 gekennzeichnet, die noch bis Preußenring mit der Straßenbahn befahren werden – hierbei handelt es sich um die drei Einrückerfahrten der Kombi-SL 043/041, die von Fischeln aus kommend einrücken.
Alle anderen Einrückerfahrten – also die der SL 042 und 044, werden jedoch hier im Fahrplan nicht gekennzeichnet, obwohl sie haargenau die selbe Strecke befahren.
So ist beispielsweise der Einrücker von 044/37, auf dem der FOC 670 fuhr, nicht eingetragen (sonst müsste dort auch eine Abfahrt 18:46h im Fahrplan stehen).

Die Linienverlaufsanzeige in einem solchen Einrücker sieht so aus. Auch wenn Fahrgäste aktuell nur bis Preußenring fahren dürfen aufgrund der Baustelle, wird hier bis Obergplatz angezeigt – da „Endhaltestelle Preußenring“ ja nur aktueller Provisorium ist.

Noch bevor ich mich zur Baustelle begeben konnte, kam bereits der nächste Einrücker – der dritte für den heutigen Tag.
Fotografiert wurde FOC 664 also in der Kurve unmittelbar hinter der (H) Preußenring, der seinen heutigen Einsatz auf der SL 044, Kurs 33 nun beendet hatte.

Kurzerhand kam mir dann mit 5608 noch ein SEV-041 entgegen, den ich noch kurz vor der (H) Gutenbergstraße ablichtete, bevor es nun wirklich zur Fotografie der Baustelle ging.

Die Haltestelle Gutenbergstraße ist gesperrt. Das ist ja auch der Grund, warum die Fahrgäste der Einrücker bereits am Preußenring aussteigen müssen. Mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 5 km/h und einer Kletterweiche wird die Straßenbahn auf dieser Höhe von der Innenstadt aus kommend auf das Gleis der Gegenfahrtrichtung geleitet.

Es wäre bisschen blöd, wenn die Strecke hier mit einer deutlich schnelleren Geschwindigkeit befahren werden würde und die Kletterweiche nicht funktionieren würde – dann würde die Straßenbahn hier in die tiefe Grube der Baustelle direkt einstürzen.

Die Kletterweiche im Detail.

Eine nette Überdeckung des Haltestellenschildes.

Die Straßenbahn wird eingleisig geführt, und auch der Autoverkehr wird einspurig geführt –

Und das eine ganze Strecke lang – fast über die gesamte Strecke bis zur (H) Obergplatz, auf dem der Rasengleis wohl entstehen soll.
Aktuell jedoch ist auf der gesperrten, zweiten Autospur nicht ganz so viel los. Jedenfalls breit genug, um als Fotograf dort entlang zu laufen ohne andere Verkehrsteilnehmer zu behindern – und zu dieser Uhrzeit waren auch keine Bauarbeiter tätig, sodass auch diese nicht von mir gestört wurden.
Sonst hätte ich natürlich die folgenden Aufnahmen nicht so gemacht.

Der nächste Einrücker, konnte dann hier gut abgewartet werden. Es war FOC 619, der nun an der (H) Gutenbergstraße angekommen kurz vor der Kletterweiche stand…

… und dieser konnte im nächsten Augenblick perfekt von der Abendsonne angestrahlt vor einem schönen, architektonisch interessanten Gebäude zusammen fotografiert werden.

Der nächste Einrücker kam in Form von FOC 667. Paar Meter weitergelaufen, fotografierte ich ihn nun einmal mit ziemlich viel Zoom, was aber auch sehr schön aussah –

einmal „normal“ –

und einmal aus einer ungewohnten Perspektive im Rahmen dessen, was die heutigen Gegebenheiten ermöglichte.

Für Rückschüsse stand die Sonne eigentlich nicht optimal. Dass aber selbst im Gegenlicht schöne Rückschüsse entstanden sind, die doch irgendwie stimmungsvoll sind, habe ich meiner im Februar gebraucht erkauften recht neuen 18-135mm Objektive zu verdanken – mit meiner bis dahin genutzten 28-105 mm Objektive aus dem Jahre 1997, gebraucht geschenkt bekommen von meinem Onkel, hätte eine solche Aufnahme direkt in den Papierkorb geschmissen werden können.


Weiter in Richtung Obergplatz wurde mein Gehweg etwas schmaler und es befanden sich auf dieser gesperrten Autospur einige Teile gelagert – was das genau sein soll, wurde mir jetzt auf dem ersten Blick nicht ersichtlich.

In die Gegenrichtung geschaut, ließ sich schon der nächste Einrücker erblicken – nun war’s FOC 613.

Im perfekten Moment kam ihm der Mercedes-Gelenkbus 5678 entgegen, der auf dem SEV-041 im Einsatz war.
Den von der Abendsonne angestrahlten, hier doch ziemlich deutlich erkennbaren Fahrer habe ich mal verpixelt.

Gleiches auch beim nächsten Bild. Hier auf dem Bild sieht man übrigens die Steigung ziemlich deutlich.

Und ein Rückschuss in Richtung Obergplatz – nun sind wir so weit gekommen, dass auch die Haltestelle ziemlich deutlich zu sehen ist.
Was da für ein Teil auf der Baugrube liegt, war mir nicht ganz bekannt. Übrigens, bei diesem Foto stand ich nicht auf der Baustelle, nur mit viel Zoom und einer Kurve sieht es so aus.

Ein paar Baustellenbilder ohne Straßenbahn – die nächste ließ auf sich warten. Situation direkt an der Überführung RE10:

– die auch gerade von der RE10 dann befahren wurde.

Baustelle direkt vor dem SWK-Hauptgebäude.

Auch in Fahrtrichtung Innenstadt wurde der Autoverkehr einspurig geführt, auf der anderen standen zwei Bagger.

Und da endet ein weiterer Gleis in die Grube – angekommen am anderen Ende der Baustelle, unmittelbar vor der (H) Obergplatz, die sich gerade hinter den Zäunen versteckt zeigt.

Ein seltenes Bild.


Ein Überblick aus der Seite.

… und ein anderer Spruch zur Bedeckung des Haltestellenschilds der (H) Obergplatz.

Ganz von der Ferne kam dann passenderweise der nächste Einrücker angefahren. Das blaue Verkehrszeichen mit dem weißen Pfeil nach rechts unten, der zeigt hier eigentlich ziemlich ungünstig…

D – Natürlich. Unser Stadtwerk. Der Fahrer von FOC 668 hatte eine andere Anzeige eingeschaltet als die Einrücker bisher –
Nein, die Anzeigen werden standardmäßig kurz vor der Einfahrt auf solch eine Anzeige geschaltet – andere Möglichkeiten sind „SWK – www.swk.de“ oder einfach „Dienstwagen“ oder „Kein Einstieg“.


Erst hinter der (H) Obergplatz befindet sich jedoch das andere Klettergleis, mit dem die Straßenbahn in Fahrtrichtung Betriebshof auf das richtige Gleis zurückgeleitetet wird.
Dies ist erforderlich, da die Bahn sonst auch im Betriebshof entgegen der Fahrtrichtung fahren würde – denn der Verkehr im Betriebshof läuft auch zumeist eingleisig als Einbahnstraßen.
Für die Kletterweiche muss natürlich wieder die Geschwindigkeitsbegrenzung 5 km/h eingeleitet werden. Das Schild 5 km/h, sieht man sonst ja auch recht selten, das kleinste was ich bislang gesehen hatte waren 10.

Man muss auch bedenken, dass das genauso auch die Straßenbahnen betrifft, die vom Betriebshof aus herausfahrend in Richtung Innenstadt fahren.

Und natürlich muss auch die Oberleitung haargenau über dem Klettergleis hängen, denn sonst passt es mit der Straßenbahn hier nicht.

Während der nächste Einrücker schon im Hintergrund zu sehen war, wurde im Schnelle noch ein schönes Foto von einem weiteren SEV-041 gemacht – diesmal mit Wagen 5605. Er stammt erst aus dem vergangenen Jahr und gehört damit zu den neuesten Bussen Krefelds.

FOC 617 ist der nächste Einrücker – nun steht er vor der letzten Kletterweiche, bevor es entspannt ins Betriebshof hineingeht.
Hier ist die andere Anzeige „www.swk.de“ mit dem SWK-Logo links zu sehen – meiner Meinung nach perfekt passend mit dem SWK-Hauptgebäude im Hintergrund als Motiv, auf dessen Dach ebenfalls ein auffälliger Logo der SWK prahlt.

Auch mal schön: Frontal vor die Kamera. Und dass dieser Fahrer nichts gegen die Veröffentlichung dieses Bildes hat, weiß ich schon Bescheid.

Und sogar eine zweite Bahn folgte direkt hinter dem 617 und wartete an der (H) Obergplatz, bis die Kletterweiche frei wird. 617 hingegen musste noch auf eine „vertikale Ampel“ warten.

Bei dem nächsten hatte es sich um 669 gehandelt.

Während ich schon dachte, dass 669 nun der letzte war und ich zurücklief, entgegnete ich doch noch einen – den 666.
Anfangs wurde er weit entfernt hinter solch einer Kulisse der Baugrube fotografiert –

bevor abschließend nochmal ein sehr schönes Foto mit der Baustelle zusammen entstand.

Ganz abschließend machte ich an der (H) Gutenbergstraße noch einmal paar fotografisch interessante Aufnahmen mit dem dort endendem Gleis.


Das Abendlicht war schön.

Zum Thema Aushangsfahrplan muss ich mich noch am Ende entschuldigen: Entlang der Strecke der SEV-041 wird auch in Form von Aushangsfahrplänen deutlich gemacht, welche Fahrten am Hauptbahnhof enden und welche bis nach Grundend verkehren.

Den nächsten SEV-041 an der Rheinstraße fotografiert, beendete ich heute meine Fotorunde der 041.
Die SEV fuhren mittlerweile bis Fischeln-Grundend durch – samstags geschieht das bereits ab etwa 19 Uhr.

Ich bin gespannt, wie es mit der Baustelle weitergeht.
Tatsächlich könnte es vielleicht irgendwann auch einmal sehr interessant werden – auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür recht gering ist, da man das wohl anscheinend mit den Kletterweichen ganz gut hinbekommt.
Aber sollte die Strecke irgendwann für wenige Stunden oder Tage doch einmal komplett gesperrt werden, wird der Betriebshof nicht zugänglich sein und so könnte es evtl. passieren, dass Bahnen draußen übernachten. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar gering, aber es wäre zumindest nicht das erste Mal:
Als im Jahre 2014 die Weiche an der Kreuzung Ostwall/Rheinstraße während der heißen Phase des Haltestellenumbaus Rheinstraße gesperrt wurde, mussten zehn Tage lang rund die Hälfte der Straßenbahnen auf der stillgelegten Strecke der Linie 043 nach Tackheide übernachten, da der Betriebshof von Fischeln, Linn, Uerdingen und Elfrath nicht mehr erreichbar wurde – sondern nur noch von St. Tönis und Hüls; aber man wollte den Straßenbahnbetrieb nicht vollständig lahmlegen. Die Strecke nach Tackheide ist jedoch mittlerweile abgekappt, die einzige im laufenden Betrieb nicht befahrene Strecke auf eigenem Gleiskörper wäre die Umleitungsstrecke Grenzstraße.
Wahrscheinlich wird der Thread in den nächsten Wochen fortlaufend aktualisiert – sollte aber eine längere Pause erfolgen, kann es aber auch sein, dass ich dann einen neuen Thread aufmache. Für heute waren das erstmal glaube ich mehr als genug Bilder, die ich euch gezeigt habe.
Übrigens, es gibt Neuigkeiten im Bereich Fahrplan, die ich euch hier noch nicht erwähnt hatte:
Da Krefeld seit dem 25. Mai 2021 wieder offiziell als eine Stadt unter der 100er-Inzidenz gilt, ist die Bundesnotbremse samt der nächtlichen Ausgangssperre seit dem 27. Mai 2021 in Krefeld aufgehoben und es gelten die üblichen Regeln für eine Stadt mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100. Zudem konnten die Schulen seit dem 26. Mai 2021 wieder im Wechselunterricht öffnen und ab dem 31. Mai 2021 dürfen die Schulen sogar in voller Kursstärke besucht werden.
Dadurch verkehren bereits seit dem 26. Mai 2021wieder alle Schülerverstärkerfahrten (E-Wagen) der Straßenbahn- und Buslinien, und ab dem 31. Mai 2021 verkehren alle Linien auch nach 22 Uhr nach dem gewohntem Fahrplan.
Der aktualisierte KURSPLAN, der ab dem 31. Mai 2021 gültig ist, ist wie gewohnt wieder >>HIER<< einsichtbar.
Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Rutsch in das neue Monat Juni 2021 – dem wohl ersten Monat 2021 mit etwas lockeren Corona-Beschränkungen!
Ryokan