[HRO] Ein Nachmittag in Rostock – 19. Juli 2023 (50B)

In meinen letzten Tagen vor dem großen Umzug nach Aachen wollte ich noch einmal raus in die Ferne – und unternahm ziemlich spontan vom 19. zum 20. Juli eine günstige, vollgepackte Zwei-Tages-Fototour durch Deutschland, als ich sah, dass ich da mal endlich zwei Werktage hintereinander frei habe. 

Hauptziel war dabei Rostock, das ich direkt am ersten Tag besuchte – denn es war eine der letzten, unter den TOP 50 aufgelisteten Großstädten mit einem Straßenbahnbetrieb, welches ich noch nie in meinem Leben besichtigt hatte. Daher nahm ich für die Stadt auch die meiste Zeit und fotografierte nicht nur die Straßenbahn, sondern besichtigte auch die Stadt. Von Krefeld aus ist es eine der weitgelegensten Städte (neben Dresden und München), die mit dem Zug eher recht schwer zu erreichen ist und eine Hin- und Rückfahrt am selben Tag meist bedingt durch die Fahrtdauer von über 6, 7 Stunden nahezu unmöglich oder zumindest unsinnig macht. 

Zugunsten dessen, dass ich bereits einen 49€-Ticket für den Monat Juli besaß, bin ich den größten Teil nur mit dem 49€-Ticket gefahren – und bin dennoch recht gut rumgekommen. Zum Teil wurde es sehr spontan – aber einen etwaigen Grundplan, welche Städte ich mir anschaue, hatte ich schon. Lediglich für zwei Fahrten nutzte ich den Fernverkehr, wobei beide Fahrkarten zusammen mir dank dem Rabatt für unter 27-Jährigen und meiner BahnCard 25 nur 39 Euro kostete, obwohl ich die Tickets nur sechs Tage vor der Fahrtantritt gebucht hatte. 

Morgens um 5:37 Uhr fuhr ich bei mir zuhause los, nach einer bereits ziemlich schlaflosen Nacht, nachdem ich am vorherigen Abend noch bis 22:10 Uhr im Supermarkt gearbeitet habe und ich erst so gegen 1:30 Uhr einschlafen konnte. Um 6:51 Uhr bestieg ich in Duisburg dann schon in den ICE 1038 nach Hamburg, der mich innerhalb drei Stunden bis nach Hamburg-Harburg gebracht hatte. Der ICE 1038 hatte mir übrigens nur 9,65 Euro gekostet – für einen Sprinter-ICE war das schon wirklich ein Schnäppchen.

Mit RE3 ging es zum Hamburger Hauptbahnhof, ich besuchte jedoch nicht Hamburg, sondern kaufte mir dort nur eben die bekannten Franzbrötchen zum Frühstück und fuhr mit dem recht alten RE1 weiter nach Schwaan, von wo aus mich im strömenden Regen noch ein Schienenersatzverkehr nach Rostock abgeholt hat. Gegen 13:15 Uhr war ich dann endlich aber auch in meiner ersten Zielstadt Rostock angekommen. 

Nach einer kurzen Orientierung an der Haltestelle Steintor ging ich erst einmal zurück in Richtung Hauptbahnhof und fing an der Haltestelle Rosa-Luxemburg-Straße mit meiner Fotografie an. 
Hier verkehren die Linien 4, 5 und 6 – als Erster kam der 6N1 657 als Linie 4 in Richtung Dierkower Allee angefahren.
Schon direkt hier zu Beginn, haben mich die Rostocker Gebäude fasziniert – sie sahen irgendwie schon sehr schön aus. 
Nach einer typischen „Bahnhofsgegend“ sah es hier auf jeden Fall nicht aus – zudem war es hier auch, anders als in der Altstadt, obwohl es so nah am Hauptbahnhof liegt, ziemlich ruhig. 

Das nächste Bild entstand mit 6N1 675 in die Gegenrichtung; im Hintergrund zu sehen das Landesamt für Gesundheit und Soziales an der Paulstraße.
Überraschenderweise ist aber Rostock mit seinen 208.000 Einwohnern nicht die Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns – sondern die weitaus kleinere Stadt Schwerin, die mit 95.000 Einwohnern sogar knapp an der 100K-Grenze scheitert und somit ganz offiziell keine Großstadt ist. 

Als Nächstes traf ich den 6N2 604 aus dem Jahr 2014. In Rostock existieren noch 38 der ursprünglich 40 Wagen des oben gezeigten Typs 6N1 (Wagen 651 – 690; 661 und 686 wurden jedoch dieses Jahr unfallbedingt verschrottet), die vom Hersteller DWA/DUEWAG stammen und in den Jahren 1993 bis 1996 erbaut wurden, sowie 13 Wagen des Typs 6N2 vom Hersteller Vossloh-Kiepe, die 2013 bis 2014 hergestellt worden sind. 
Die 6 steht bei beiden Fahrzeugtypen für sechsachsig und die N für Niederflur. Typentechnisch lassen sich die 6N1 aber den MGT6D der DUEWAG einordnen; 6N2 entspricht dem Typ Tramlink von Vossloh. 
Ab Ende 2024 erwartet, wenn soweit alles planmäßig läuft, die RSAG (Rostocker Straßenbahn AG) 29 neue Wagen des Typs „TINA“ von Stadler, die einen Teil der nun dann mittlerweile bis zu 30 Jahre alten 6N1 bereits ersetzen könnten.

Das viele Grün in Rostock, hat mich übrigens ebenfalls sehr positiv gestimmt, auch wenn das Wetter zu Beginn nicht ganz toll war. Aber zum Glück hat es auch nicht mehr strömend geregnet. 


Recht gut geworden ist meiner Meinung nach das Bild vom 6N1 662, das bei der Einfahrt in die Haltestelle Paulstraße in Richtung Südblick (via Hauptbahnhof) aufgenommen wurde. 

Einige Wagen tragen eine ziemlich markante Vollwerbung – so wie der 6N1 671 für das BikeMarket, welcher zufälligerweise passend vor einem gelben Gebäude fotografiert werden konnte.

So langsam kommen wir dem Zentrum Rostocks näher – 6N2 601 auf dem Abschnitt zwischen einen der Zentralhaltestellen Steintor / IHK und der Paulstraße. 

Bereits hier auf dem Abschnitt konnte ich innerhalb einer kurzen Zeit ziemlich viele Fotos machen – so auch vom MGT6D 665, vom Hauptbahnhof kommend dem Steintor nähernd, in der Kurve hinter der Paulstraße.

Und da sind wir fast da: Hier wurde 6N1 652 kurz nach dem Verlassen der Zentralhaltestelle Steintor / IHK in Richtung Hauptbahnhof aufgenommen.
Die Zielschilder der 6N1 ließen sich leider etwas schlecht fotografieren, das funktionierte bei den neuen Wagen mal besser. 
Der im Hintergrund zu sehene Steintor ist übrigens ein sehr alter Tor aus den Jahren 1574-1577 und gehört mit dem Kröpeliner Tor, dem Petritor und dem Mühlentor zu einen der vier Haupttoren der Stadt Rostock.

Ein Weilchen später der nächste MGT6D in Form von 688 in Richtung Hauptbahnhof, im Einsatz auf der Linie 5. 

Und der Nächste, 687, klassisch aufgenommen an der Haltestelle. 

Hier kurz mal eine Erläuterung zum Aufbau des Rostocker Liniennetzes: 

Hier an der Haltestelle Steintor / IHK verkehren alle sechs Straßenbahnlinien (1 bis 6), an den weiteren Zentralhaltestellen Neuer Markt, Lange Straße und Kröpeliner Tor halten alle Linien außer der Linie 4.
Überrascht hatte mich aber besonders der Takt der Straßenbahnlinien: Die Linie 1 und 5 verkehren werktags im 10-Minuten-Takt, die Linien 2, 3, 4 und 6 im 20-Minuten-Takt. Klingt durchschnittlich, jedoch überlagern sich auf den meisten Strecken die Linien, sodass nahezu überall mindestens ein 10-Minuten-Takt, desöfteren sogar ein 5-Minuten-Takt und in der Innenstadt zwischen Steintor und Kröpeliner Tor sogar ein noch dichterer Takt besteht. 
So wird der Ast in den Nordwesten bis Rügener Straße durch die Linien 1 und 5 im 5-Minuten-Takt befahren, nur die äußersten drei Randhaltestellen werden im 10′ Takt befahren; bis zur Haltestelle Reutershagen wird der 5′ Takt zusätzlich durch die Linie 2 bestärkt.
Auf den Ästen in Richtung Nordosten wird die Strecke zur Endhaltestelle Hafenallee durch die Linie 1 im 10′ befahren, die Strecke nach Dierkower Allee durch die Überlagerung der Linien 3 und 4 ebenfalls im 10′ Takt; bis zum Dierkower Kreuz ergibt sich mit den Linien 1, 3 und 4 ein 5′ Takt, welcher ebenfalls durch die Linie 2 noch zusätzlich bestärkt wird. Lediglich die Haltestellen Hinrichsdorfer Str. und K.-Schumacher Ring werden nur im 20′ befahren. 
Die Äste in Richtung Süden werden ebenfalls beide im 10′ bis zur Endhaltestelle befahren – bis zur (H) Südblick durch die im 10′ verkehrende Linie 5, sowie die Strecke zum Campus Südstraße durch die im jeweils 20′ fahrenden Linien 4 und 6, die sich zu einem 10′ ergänzen; zwischen Südstadt-Center und Steintor über Hauptbahnhof ergibt sich ebenfalls ein 5′ Takt. 
Und der Ast in Richtung Südwesten, zum Neuen Friedhof, wird durch die Überlagerung der Linien 3 und 6 ebenfalls komplett im 10′ befahren. 
Fazit: Mit Ausnahme von nur zwei Haltestellen im ganzen Netz werden alle Haltestellen mindestens im 10′ befahren; und die gesamte innenstädtische Gegend zwischen Reutershagen im Nordwesten, Dierkower Kreuz im Nordosten und Südstadt-Center im Süden wird mindestens im 5′ Takt befahren. Dieses Angebot in einer Stadt mit nur 208.000 Einwohnern, verdient schon Respekt und hat mich so überrascht wie vor drei Jahren in Freiburg, wobei es meines Erachtens nach Standard in ganz Deutschland sein sollte. Und waren die Straßenbahnen leer ? Nein, im Gegensatz, trotz eines eher regnerischen Mittwochmittag, wo das Verkehrsaufkommen eher durchschnittlich oder gar etwas unterdurchschnittlich sein sollte, waren die meisten Bahnen doch ziemlich gut besetzt, einen Sitzplatz hat man jedenfalls selten gefunden. Das oftmals befürchtete Argument eines „Überangebotes“ hat sich wie in Freiburg auch hier wieder nicht erwiesen, sondern das Gegenteil, dass mehr Angebot mehr Nachfrage erzeugt. Krefeld hat da mit 228.000 Einwohnern rund einen Zehntel mehr Einwohner als Rostock, jedoch einen deutlich unattraktiveren Nahverkehrsangebot, wo ein 15′ Takt noch Standard ist (und kein 10′ oder gar 5′) und tatsächlich aber an einem Mittwochmittag um diese Uhrzeit mehr leer fahrende Bahnen als in Rostock, wobei man dazu ehrlicherweise schreiben muss, dass zur Sommerferiensaison die Anzahl der Touristen in Rostock oder Freiburg wohl doch etwas mehr sein dürften als in Krefeld.

Weiter geht es mit den Bildern. Jedenfalls, durch den so engen Takt, kamen hier an der Haltestelle Steintor / IHK im Minutentakt Straßenbahnen aus jeder Richtung in jeder Richtung, sodass man hier keine zehn Minuten verweilen musste, um zehn Straßenbahnaufnahmen von zehn unterschiedlichen Straßenbahnwagen zu haben. Einen Moment, wo keine Straßenbahn zu sehen war, gab es faktisch kaum. Dementsprechend ging es auch schon sofort weiter – nun in Richtung des nordöstlichen Astes. Im Übrigen hat diese Haltestelle auch zwei Bahnsteige – die Bahnen, die aus der nordöstlichen Richtung in Richtung Neuer Markt verkehren (und in die Gegenrichtung), sprich die Linien 1, 2 und 3 – halten dementsprechend zweimal. Dieser Bahnsteig auf der nordöstlichen Seite ist hauptsächlich für die Linie 4 errichtet worden – da diese als Einzige hier in Richtung Hauptbahnhof abbiegt und somit die sonst genügende Haltestelle auf der nordwestlichen Seite hätte nicht bedienen können.

Hier hält 6N1 660, unterwegs auf der Linie 4, am nordöstlichen Bahnsteig der Haltestelle Steintor / IHK in Richtung Nordosten (Dierkower Allee). 

6N1 684 erklimmt die Steigung der Ernst-Barlach-Straße hoch in Richtung der Haltestelle Steintor / IHK.
Auch diese Sicht hat mir sehr gefallen. Obwohl es noch so wolkig war, wusste ich, dass Rostock eine schöne Stadt mit schönen Gebäuden, schönen Aussichten und attraktivem Nahverkehr ist. Die Straßenbahn fährt hier auf eigener Trasse und entkommt somit dem Stau des Individualverkehrs – sollte das doch eigentlich schon längst Standard für alle Städte sein, ist es doch leider nur in den Wenigsten wirklich realisiert worden…

6N2 608 in die Gegenrichtung, die Kuppel im Hintergrund zu sehen ist die vom Schifffahrtsmuseum, das auch unmittelbar an der Kreuzung am Steintor liegt.

Wenige Meter danach verabschiedet sich die Straßenbahnstrecke auf eine eigene Strecke, die noch weiter weg vom Autoverkehr getrennt wird. 6N1 671 konnte hier auf der Rückfahrt in Richtung Neuer Friedhof schön in der Kurve fotografiert werden.

Scheinbar sind die Kurse miteinander verknüpft, so fuhr die 660, die vorhin noch auf der 4 fuhr, nun ebenfalls als Linie 3 zurück – so wie der 671. Die Zwischenkurse habe ich verpasst, da ich auf einer Bank eben ein wenig selbst mitgebrachte Onigiris gegessen hatte – irgendwie war ich, nachdem ich nur drei Stunden Schlaf hatte, jetzt schon ein wenig müde und brauchte ein wenig Pause.

In die Gegenrichtung 655 an er Haltestelle Gerberbruch. Das Haus rechts gefiel mir.
Gleichzeitig lockerten sich die Wolken so langsam ein wenig auf, was dazu führte, dass nun Gegenlicht etwas mehr störte als es bislang tat.

Dafür gelangen einige Aufnahmen besser. An der nächsten Haltestelle Stadthafen wurde 6N1 685 beim Einfahren in die Haltestelle…

und beim Abfahrten aufgenommen.

Wenige Meter weiter befindet sich die Petribrücke. Irgendwie hat sich das alles so weit weg angefühlt, so wollte ich nicht mehr viel weiter laufen und machte hier eine Wende. Ich muss schon wirklich lahm gelaufen sein. Aber den 6N1 683 fotografierte ich hier im Einsatz auf der Linie 1 einmal ganz schön.
Im Hintergrund übrigens das Hotel, was ich im Oktober 2020 schonmal sogar gebucht hatte – doch damals fuhren wir dann letztendlich nach Hamburg und Schwerin, statt nach Hamburg und Rostock. Schwerin hatte mir damals aber auch schon ganz gut gefallen.

Zurück in die Altstadt, und nun ging es zur Sache – ich belief die am meisten befahrene Strecke vom Steintor / IHK bis zum Kröpeliner Tor. Es begann mit der Aufnahme des 6N1 669 kurz vor dem Erreichen der (H) Steintor / IHK in Fahrtrichtung Hafenallee.

655 hat hier eben die Haltestelle Steintor nun in die andere Richtung verlassen.

Am Haltepunkt Neuer Markt begegnet er dem Wagen 671. Links von diesem Bild befindet sich der Neue Markt – der zu dem Zeitpunkt auch geöffnet hatte. Viel los war vermutlich bedingt durch das Wetter und dem Wochentags hier jedoch nicht. 

Eine weitere, sehr schöne Aufnahme entstand vom 6N1 607, nun sehen wir das Steintor auf der anderen Seite des Bildes wieder ganz im Hintergrund.

So langsam kam die Sonne heraus. 6N1 684 einmal in der Kurve kurz hinter dem Haltepunkt Neuer Markt – die rechts im Bild zu sehenen Spitzen sind übrigens die Spitzen des Rathauses. Kurz drinne war ich in dem Rathaus auch – die Schönheit und die Gepflegtheit und die Freundlichkeit des Personals dieses Rathaus hat mich wieder einmal sehr beeindruckt. Da durfte ich eben mal auf die Toilette gehen – leider auch etwas, was nicht überall selbstverständlich ist. 

Auf der „anderen Seite“, sozusagen, fotografierte ich nun weiter. 6N1 653 nähert sich nun der nächsten Haltestelle Lange Straße, mit einer ebenfalls auffälligen Werbung:

An der Haltestelle selber wurde der 6N1 666 aufgenommen.

Kurz darauf kam es zu einem Treffen von drei 6N1 – mit 662, 666 und 681 mit einem Gebäude der Uni Rostock (Institut für Anatomie und Physiologie) im Hintergrund. Dass das ein Gebäude der Uni ist, wusste ich zu dem Fotoaufnahmezeitpunkt nicht – aber das Gebäude fand ich schon überraschend schön.

Eine weitere schöne Aufnahme entstand vom Rücken des 681, der an der Haltestelle Lange Straße hielt – und zum passenden Moment die Sonne herauskam. Die im Hintergrund zu sehene Kirche ist tatsächlich die Petrikirche, die sozusagen fast schon am anderen Ende des Altstadt liegt. Da sieht man, dass die Altstadt Rostocks an sich nicht wirklich groß ist – und dennoch attraktiv ist.

Ein weiteres Bild mit 6N2 604. Leider zogen die Wolken wieder ein wenig vor die Sonne – es war schon irgendwie eine Art Glücksspiel bei dem Wetter.

und einmal von der anderen Seite – die Einfahrt des 6N1 677 in die mittlerweile erreichte Haltestelle Kröpeliner Tor dokumentiert.

Weiter ging es nun – eine Haltestelle mit der Straßenbahn gefahren – an der Haltestelle Doberaner Platz.
Hier scheiden sich die Linien 3 und 6 zum Südwest-Ast von den Linien 1, 2 und 5 zum Nordwest-Ast.
Auch die Haltestellen scheiden sich hier bereits, sodass hier auf der südwestlichen Seite auch nur die Linien 3 und 6 halten. Der Wagen mit der Nummer 675 konnte hier in Richtung Campus Südstadt aufgenommen werden.

Vom Kröpeliner Tor aus kommend kommt die 658 – leider war der Schatten der Gebäude rechts ein wenig höher als erhofft.

Kurz danach reihten sich zwei MGT6D hintereinander an dieser Haltestelle für die Linien 1, 2 und 5 – fand ich auch mal schön.

Aber auch der 659 wurde Solo nochmals fotografiert.

Auf dem Nordwest-Ast ging es auch maximal bis zur S-Bahn-Haltestelle Holbeinplatz, wo MGT6D 665 aufgenommen wurde.

Eine Haltestelle zurück wurde die Begegnung der zwei MGT6D 689 und 683 aufgenommen.

Paar Minuten später schwenkt der 6N1 679 in die Haltestelle hinein.

Die Strecke bis Doberaner Platz lief ich anschließend wieder zurück. Mit den MGT6Ds erinnerte mich die ganze Szene an ein Teilstück der Linie 308/318 in Bochum auf dem Weg in Richtung Hattingen/Dahlhausen – etwa so die Gegend um die Haltestelle Blankensteiner Straße in Bochum – durch die mittige Straßenbahnführung und den seeitlichen Bäumen, die doch sehr hoch und dichtgewachsen sind. Hier wurde einmal erneut 6N1 662 angetroffen:

und auch der 668:

und etwas weiter der 674. Passenderweise verdeckten ein paar Wolken wieder die Sonne – hier hätte Sonnenschein nur unglückliche Schatten versucht, also hatte ich hier einmal Glück, dass die Sonne nicht draußen war.

An der Haltestelle Volkstheater begegnen sich 6N1 655 und 6N2 609.

Noch ganz cool fand ich so die Ausfahrt von der Haltestelle Doberaner Platz aufzunehmen – was mit dem 6N1 682 gelang. 
Auch dieser Platz war allgemein ein gut belebter Stadt mit ein paar Ständen – hatte mir sehr gefallen, auch wenn das hier auf diesem Bild kurz ein wenig trist aussieht. 

606 in die Gegenrichtung kurz vor dem Erreichen der Haltestelle Doberaner Platz – die Gebäude rechts gefielen mir wieder einmal sehr schön. Da sieht man auch schön den Kontrast, was man sieht, je nach Richtung wohin man schaut, obwohl man eigentlich am selben Ort stand. Auch das ist wieder ein Gebäude der Uni Rostock … ich wusste garnicht, dass Rostock überhaupt eine solche „Universitätsstadt“ ist, wo die Gebäude der Uni über die ganze Stadt hinweg verteilt ist. Obwohl ich nach so vielen Unis Ausschau gehalten hatte, kam mir Rostock nicht in den Sinn und man hat auch sonst wenig über die Stadt gelesen. Viele Studenten habe ich an diesem Tag auch nicht unbedingt getroffen, wobei anzumerken ist, dass aktuell Semesterferien sind. Dennoch fand ich überraschend, wieviel optisches Investment in die Gebäude investiert wurde – nicht zu vergleichen mit Unigebäuden wie in Stuttgart-Vaihingen, wo mir das Optische an der Uni doch garnicht gefallen hatte.

Von der anderen Seite des Doberaner Platzes – also von den Haltestellen der Linien 3 und 6 aus – sieht man schon etwas mehr, dass dieser Platz etwas schöner und belebter ist, als es sich auf dem vorletzten Bild vermuten ließ.
Hier fährt 6N1 666 im Einsatz auf der Linie 6 heraus – wenn diese Zahlenkombi nicht irgendwie Glück oder Unglück bringt? Wer weiß es… In Krefeld fährt auch ein Wagen 666, aber eine Linie 6 gibt es hier nicht.

Ein weiteres Male wurde hier auch 671 beim Einfahren in die Haltestelle fotografiert.
Der Blick auf die Anzeigetafel verrät, wie gut z. B. auch diese Haltestelle bedient wird.

Ein etwas interessantes Foto ließ sich von der Straße Am Vögenteich mit Blickrichtung in Richtung Doberaner Platz aufnehmen – wo der MGT6D 675 mit auf dem Bild drauf ist. Im Hintergrund sieht man plötzlich etwas Industrielles, wovon man sonst bisher kaum etwas gesehen hatte..!

Anschließend besichtigte ich die Altstadt und die östliche Altstadt Rostocks, was mich nochmal völlig überrascht hat. Die Gebäude, vor allem in der östlichen Altstadt, gefielen mir doch sehr und es ist eine Menge Zeit vergangen. Als Abendessen bestellte ich mir ein Fischbrötchen an einer Frischtheke, wobei die Verkäuferin sogar so nett war und mir gleich zwei für den Preis für einen eingepackt hat, als ich fragte, welche Sie mehr empfehlen (konnte auswählen zwischen einem mit Hering und einem mit Matjes). „Ich packe dir mal beides ein, dann weißt du in Zukunft, was du lieber magst“… und ich mochte beides. 
Den ersten aß ich sofort, den anderen bewahrte ich mir für die weitere Zugfahrt. 

So war es fast schon wieder Zeit zur Abreise geworden, die Uhr schlug 19:30 Uhr und mittlerweile war ich schon ganze sechs Stunden in Rostock. Um diese Uhrzeit war tatsächlich auch dann merklich weniger los – auch am Steintor / IHK warteten kaum noch Fahrgäste, dementsprechend war auch das Fahrtangebot geringer. 
Dennoch kamen immer wieder Straßenbahnen. Statt einem 5-Minuten-Takt wurde ein 7,5-Takt und statt einem 10- ein 15-Takt befahren, so fuhren die Linien 1 und 5 nur noch im 15- statt 10- Takt, die 2 garnicht mehr und die Linien 3, 4 und 6 jeweils nur noch im 30- statt 20- Takt, bevor um 21 Uhr die weitere Ausdünnung kommt, auf den meisten Strecken wurde aber immer noch durch Linienüberlagerung ein 7,5- bis 15-Takt befahren – ja, um 20 Uhr so viel Nahverkehrsangebot wie in Krefeld zur HVZ. 
Mit dem Steintor im Hintergrund konnte 6N1 606 ein weiteres Male in dieser mittlerweile ruhigen Umgebung fotografiert werden. So wenig Straßenbahnen fuhren, fuhren aber auch schon viel weniger Autos als zur Mittagszeit. Der Modal Split in Rostock (2018) weist einen Anteil von 17 % ÖPNV, und ergänzt sich mit 30,3% Fußweg und 18,3% Radweg ein Anteil von aufgerundet 66% (= 2/3) des „Klimasektors“, während nur 34% auf den MIV gehen. Viele Städte im Rhein- und Ruhrgebiet in der vergleichbaren Einwohnerzahl weisen hingegen einen Autoanteil von mehr als 50% auf (Krefeld: 51%, Oberhausen: 57%, Hagen sogar 62%). Tatsächlich fand ich, dass man das auch allgemein gemerkt hat. Auf der Lange Straße, wo die Straßenbahn zwischen Neuer Markt und Kröpeliner Tor verkehrt, dürfen Autos verkehren – aber hier fuhren fast keine Autos. 

Seltenerweise hatte ich mal, bis zu meiner Abreise, ein wenig mehr Zeit hat sonst – während ich sonst immer zum Hauptbahnhof sprinte, um gerade noch irgendwie meinen Zug zu kriegen, hatte ich noch fast eine ganze Stunde, bis mein IC ab Rostock Hbf losfuhr. Dementsprechend schlenderte ich noch langsam über die bereits fotografierte Strecke zwischen Steintor und Rosa-Luxemburg-Str. in Richtung Hauptbahnhof wieder zurück und zückte meine Kamera ab und zu, wenn eine Straßenbahn im 7,5-Takt vorbeifuhr. Tw 685 wurde hier wieder einmal vor einem schönen Gebäude links aufgenommen.

An der Haltestelle Rosa-Luxemburg-Str. entstand dann mein letztes, Abschiedsbild aus Rostock – mit Tw 669 in Richtung Hauptbahnhof. 

Um 20:21 Uhr, fuhr ich dann mit dem IC 2277 nach Leipzig, wo ich um 23:58 Uhr ankam. Der neue IC2 des Typs Stadtler KISS hatte mich dabei sowas von überrascht. Als ich den IC2 von außen sah, ging ich erst einmal davon aus, dass es ein „normaler“ Doppelstock-IC2 ist – die bereits seit mehreren Jahren auf verschiedenen IC-Strecken fahren. Doch der Innenraum verriet, dass es nicht der IC2 war, den ich bislang kannte, sondern ein anderer – und nach Recherche stieß ich auf die Bezeichnung KISS-Doppelstockzüge, die ursprünglich der Westbahn gehörten. So viel Beinfreiheit, so ein großer 4er-Tisch, und waren es sogar Ledersitzplätze? Jedenfalls waren die Sitze ultra angenehm und kurz war ich mir so unsicher, ob ich mich denn in der 2. Klasse befand, dass ich eben mal gefragt habe, ob das wirklich die 2. Klasse ist. Ja, war es…

Leipzig war aber nicht der nächste Zielort, und ich fuhr auch nicht zum Hotel und auch nicht nach Hause. In Leipzig wurde nur umgestiegen, in den IC 95 nach Wien um 0:35 Uhr, auf dem ebenfalls wieder ein KISS-Doppelzug fuhr. Ist das so ein Ding in Ostdeutschland? Einen solchen IC hatte ich jedenfalls bislang nie in Deutschland gesehen.

Morgens um 4:19 Uhr, bin ich dann in Bamberg angekommen. Ja genau, ich habe mir eine Übernachtung erspart. Ich nahm absichtlich einen „großen Kurs“, damit ich die Nacht irgendwie überstehe ohne Übernachtung. Ich wollte einfach keine 50 Euro für eine Übernachtung ausgeben, und so reichten 29,90 Euro für die beiden IC-Fahrten von Rostock bis nach Bamberg und kam zusätzlich ein ganzes Stückchen weiter. Befand ich mich vorhin noch am Ostsee, war ich acht Stunden später nun mitten in Deutschland angekommen.

So gut die beiden ICs waren – der Versuch, in den beiden IC’s zu schlafen – ging leider nur semi gut. Wobei ich irgendwann nach 2 Uhr doch irgendwie einschlief, nachdem ich mit einem Handtuch meine Augen bedeckte und mich über zwei Sitzen quer hinlegte – da fand ich mal meine kleine Größe von 1.57m mal praktisch. Um 4 Uhr musste ich dann aber schon wieder aufstehen – müde war ich sicherlich und ich hätte den Ausstieg fast verpasst. Als ich um 4:12 Uhr aufwachte, stand der Zug schon – und ich dachte erstmal, es sei noch eine Haltestelle vor Bamberg, ehe ich auf die Anzeigetafel schaute und sah: Bamberg. Oh Gott. Habe ich mich beeilt und alles zusammengepackt und habe es aber doch noch rausgeschafft. Die Bahn war scheinbar einfach ein wenig zu früh angekommen, als es ursprünglich vorgesehen war – aber ist bis zur planmäßigen Abfahrt um 4:21 Uhr glücklicherweise dort auch stehen geblieben und nicht früher losgefahren.

Nur, was mache ich denn um 4 Uhr nachts in Bamberg? Das Ziel, wo ich eigentlich hin wollte, war immer noch nicht erreicht, aber Bamberg war der günstigste Umsteigeort, um zur nächsten Stadt zu gelangen. Wo, erfahrt ihr im nächsten Bericht…

Ich hoffe, dass euch aber dieser Teil schon einmal gefallen hat. Rostock hatte mich sowohl von der Stadt, von der Architektur, als auch vom Nahverkehrsangebot sehr überzeugt und finde, dass es durchaus eine Vorbildfunktion für andere Städte haben kann.