Erst am 14./15.Juni befand ich mich in Freiburg und fotografierte die dortige Straßenbahn – doch dank eines Klavierwettbewerbs („WESPE“ – Jugend musiziert: Wochenende für Sonderpreise) ging es nur drei Monate später erneut nach Freiburg, und diesmal durfte ich sogar ganze drei Tage, von Freitag, 18. September bis Sonntag, 20. September, dort verbleiben.
Im Gegensatz zu Juni spielte auch das Wetter diesmal an allen drei Tagen sehr schön mit, sodass diesmal eventuell sogar die Aufnahmen von Juni von der Qualität her nochmals getoppt werden konnte.
18. September 2020
Die Anreise war ein wenig hektisch, morgens ging ich tatsächlich noch bis 9:30 Uhr zur Schule, da ich Mathe LK nicht verpassen wollte – und der ICE 105 von Duisburg hatte erstmal 116 Minuten Verspätung.
Um rechtzeitig, d.h. eine Stunde vor meinem Wertungsspiel um 17.30 Uhr, also 16.30 Uhr, da zu sein, war ich gezwungen, den EC 9 zu nehmen – der zwar auch in Koblenz aufgrund einer Signalstörung 22 Minuten Verspätung ansammelte, letztendlich aber doch noch um 15.30 Uhr am Freiburger Hauptbahnhof angekommen ist.
Doch schon gleich nach meiner Ankunft holte mich überraschenderweise GT8K 211 am Freiburger Hauptbahnhof als Linie 1 in Richtung Musikhochschule ab und durfte damit unerwarteterweise tatsächlich den schönen 100% hochflurigen Düwag-Flair noch vor meinem Wertungsspiel genießen.

Abgesperrt war der vordere Bereich schon, aber mittels Zoom konnte man etwas mehr vom Fahrerpult erkennen.
Da ich, wie immer, chronologisch vorgehen möchte, zunächst noch paar Detailbilder des GT8K 211, ab Bild 6 geht es mit schönen Bildern von der Außenwelt weiter!

91 Sitzplätze und 225 Stehplätze sind doch schon ne ganze Menge, was so ein GT8K zu bieten hat…

Diese Sitze findet man in Deutschland mittlerweile auch nicht mehr ganz so oft – und Ledersitze erst recht nicht.

Diese Haltewunschtasten haben mich letztes Mal schon fasziniert – und diesmal genauso.

Nun kommen wir aber wirklich zu den Bilder von der Außenwelt 😉
Ich entschloss mich, wegen der etwas knappen Zeit bis zum Treffen (16.30h) nicht mehr zum Hotel zu fahren, sondern mitsamt meinem Reisekoffer zum Wertungsort – im Ensemblehaus nahe der Musikhochschule – zu fahren.
Damit hatte ich dann aber wiederum noch ein paar Minuten mehr Zeit, die ich nicht belanglos verschwenden wollte – und dann tatsächlich für’s Straßenbahn fotografieren benutzt habe – das ist doch mal wieder typisch Ryokan 😉
Viele Musiker stehen schon mehrere Tage vor dem Konzert unter Stress – bei mir ist das nie der Fall. Manchmal frage ich mich, ob ich wirklich so anders bin als jeder andere hier. Irgendwie bin ich bei Konzerten und Wettbewerben nie so richtig aufgeregt, nur in den unmittelbar wenigen Sekunden oder Minuten vor Beginn, wenn ich im Saal bin. Bis ich den Saal betrete, ist der Tag so wie jeder andere Tag und gehe es ziemlich gechillt an.
Also bin ich auch mit dem GT8K 211 eine Haltestelle weiter, bis zur (H) Emil-Gött-Straße gefahren. Dort stand die Sonne wirklich optimal, und der Hintergrund war mindestens genauso optimal – die Spitzdächer und dahinter die Wälder, das war schon ein faszinierender Motiv. Dort wurde dann auch der selbige Wagen, GT8K 211, wenige Minuten später auch schon auf seiner Rückfahrt in Fahrtrichtung Landwasser sehr schön fotografiert! Damit schonmal ein Erfolgserlebnis vor meinem Wertungsspiel 😉

Ich wollte mir jedoch zeitlich nicht extra stressen, sodass ich es bei einer Aufnahme beließ und den Rest auf nach dem Wertungsspiel verschoben habe.
Als ich dann nach meinem Wertungsspiel aus dem Ensemblehaus hinauslief, erwartete mir gleich direkt vor der Nase die nächste große Überraschung:
In der Ausweiche neben dem Ensemblehaus standen gleich zwei GT8K hintereinander – Pepsi-GT8K 212 und der 213, beide als Fahrschule. Nur wenige Minuten später fuhren sie dann auch schon wieder zurück in Richtung Betriebshof.
Dass mir diese Situation zugeflogen kommt, ohne auch nur ein bisschen zu suchen, laufen oder warten zu müssen, und das auch noch direkt nach meinem Wertungsspiel – da musste ich an diesem Tag doch schon ne Menge Portion Glück gehabt haben
Zudem hat hier auch mal der tiefe Sonnenstand gepasst – die grünen Bäume wurden teilweise dadurch sehr schön beleuchtet!

In der Stadt konnte man hingegen die tiefe Sonne nicht so gut gebrauchen. Am Stadttheater entstand noch ein Foto mit GT8K 211 und GT8C 284, das letzte Sonnenlicht spiegelt sich im Hintergrund noch schön an den Fenstern des Hochhauses – so stark, dass es dort sogar durch die Bäume spiegelt!

Nachdem ich dann noch recht lange nach einem leckeren Abendessen gesucht hatte, war es dann bei der Heimfahrt zum Hotel doch schon ganz dunkel geworden.
Immer noch schleppte ich meinen Koffer, aber da wollte ich am Bertoldsbrunnen doch noch die Nachtstimmung fotografieren – was dank eines mitgenommenes Stativs auch möglich war.
Nach paar verwackelten Bildern hat es bei Urbos 310 dann auch mal sehr gut funktioniert – die Scheinwerfer zu „versternen“, war nicht ganz einfach.

19. September 2020
Die ersten Preisträger waren am späten Freitagabend schon bekannt gegeben worden, in meiner Kategorie haben aber am Samstagvormittag noch welche gespielt, sodass die Ergebnisbekanntgabe noch auf sich warten ließ.
Bis 15.15 Uhr hatte ich sowieso zur freien Verfügung, und da ich gerade nicht so einer bin, der alleine shoppen geht, fuhr ich lieber mal mit der Tram durch die Stadt – am Vormittag auch mal bis zum Günterstal mit der Linie 2.
Die Strecke nach Günterstal ist nicht lang, es ist etwa nur 10 Minuten von der Altstadt entfernt – und doch ist es dort eine ganz andere Welt.
Die Haltestelle „Wiesenweg“, zwei Haltestellen vor der Endhaltestelle Günterstal – Dorfstraße, sah nämlich tatsächlich so aus:

Leider stand die Sonne an allen anderen Orten in Günterstal nicht optimal, sodass ich schnell wieder in die Altstadt zurückfuhr. An der Johanneskirche wurde dann GT8D 259 mit der schlichten Werbung erwartet.
An diesem Tag fotografierte ich tatsächlich zahlreiche GT8D, die zumeist auf den Linien 2, 3 und 5 im Einsatz waren – es sind die drittältesten Fahrzeuge nach GT8K und GT8N.

Sonst im Altstadtbereich stand die Sonne aber noch zu tief, sodass es nur kurz später auch mit der 4 bis nach Zähringen ging. Zähringen bot aber leider ebenfalls kaum gute Fotomotive. Zumindest an der (H) Hornusstraße konnte ich den GT8C (Combino Advanced) 288 auf der Linie 4 im Einsatz fotografieren – mehr als ein klasissches Haltestellenbild wurde es jedoch nicht.

Deutlich schöner empfand ich das Motiv an der (H) Hauptstraße, wo sein Bruder GT8C 287 auf dem Folgekurs fotografiert werden konnte.

Als ich zurück in der Altstadt war, stand die Sonne nun auch hier endlich optimal zum Fotografieren. Die Freiburger Altstadt hat wirklich wunderbare Fotokulissen, wie beispielsweise das Martinstor.
Egal, wann ich dort war, mindestens einer hat den Martinstor fotografiert – sei es mit Handy oder DSLR – beliebt ist dieser Martinstor jedenfalls nicht nur von mir.
Von der (H) Holzmarkt aus gelangen hier paar interessante Aufnahmen mit GT8D 256, zwei davon zeige ich euch:


Der selbige Wagen dann auch noch einmal an der Johanneskirche.

Auch dort konnte man, wenn man es wollte, die Straßenbahn in einer fotografisch sehr interessanten Kulisse fotografieren – nun ließ sich GT8D 258 in dieser Perspektive fotografieren.

Zwischen den Haltestellen Johanneskirche und Lorettostraße wurde man die Kopfsteinpflaster fündig, was ich gerade mit den Spitzen der Johanneskirche im Hintergrund, sehr attraktiv fand.
Mit der Sonne wurde es langsam knapp, da diese langsam frontal zur Straße schien, doch der GT8D 253 konnte dort auf der Strecke doch noch ganz schön fotografiert werden.

Während der Fototour aktualisierte ich immer wieder die Seite der Jugend musiziert und kurz nach 13 Uhr war es dann tatsächlich soweit: Die Preisträger der Kategorie „Eigenes Werk“ standen fest – und ich gehörte zu den sieben Preisträgern der Kategorie (bei 24 Teilnehmern) !
Ich muss sagen, ich habe mich riesig gefreut und war auch ein wenig überrascht, da ich nach meinem Wertungsspiel gestern selbst tatsächlich eher unsicher war bzw. kein so gutes Gefühl hatte, da ich mich zum Beispiel öfters verspielt hatte. Aber ich musste die Noten erst vor Ort mitbringen und auch nur ein Exemplar, d.h. nur einer der acht Jurys haben auf die Noten geschaut – ob ich mich da jetzt verspielt habe oder nicht, haben sie also vermutlich weniger gemerkt. Jedenfalls hatte ich wohl auch ein Häppchen Glück gehabt.
Also ging es zurück zur (H) Bertoldsbrunnen, um schnell noch lecker Mittag zu essen und dann zum Hotel, um mich zur Konzertkleidung umzuziehen.
Mittlerweile war ganz schön viel los in der Altstadt – eine Straßenbahn fotografieren ohne dass irgendwelche Menschen stören, war kaum möglich, bei Urbos 303 auf der 3, hat es noch am ehesten geklappt.
Aber die heitere Stimmung empfand ich als sehr angenehm. Besonders positiv anzumerken sind die Straßenmusiker. Egal wann ich dort war, ob 10, 13 oder 15 Uhr, habe ich aus irgendeiner Ecke des Bertoldsbrunnens Straßenmusik gehört.
Und die Qualität der Straßenmusik war nun wirklich nicht schlecht, teilweise sogar wirklich sehr gut. Irgendwann will ich mal auch jemanden kennenlernen, mit dem ich ab und zu mal Straßenmusik machen kann – ich vermutlich dann mit meiner Geige.

Tatsächlich war an diesem Samstag unerwarteterweise doch ein paar Düwag-Züge unterwegs – die GT8K zwar nicht, aber die GT8N.
Mindestens drei, 226, 227 und 229, habe ich an diesem Samstag im Liniendienst getroffen – alle drei fuhren auf der Linie 3. Mit 227 durfte ich an dieser Stelle nun tatsächlich ein kleines Stückchen bis zum Hauptbahnhof fahren.

Um 15:15 Uhr war die Versammlung an der Musikhochschule, wo nun bekannt gegeben wurde, wer von den sieben Preisträgern meiner Kategorie, sowie den Preisträgern der sechs anderen Kategorien, am Abend beim Preisträgerkonzert spielen darf – und ich war schon wieder dabei! Ich war einer von zwei der sieben Preisträger, der am Abend beim Preisträgerkonzert spielen durfte. Ich habe mein Glück nicht fassen können.
An diesem Tag war also nichts mehr mit Straßenbahn, die Stellprobe begann, und um 18 Uhr dann das Preisträgerkonzert, welches auch live übertragen wurde. Schnell verschickte ich den Link noch an meine Freunde und als ich um 18:40 Uhr auf der Bühne die letzten drei Miniaturen meiner selbst komponierten sechs Miniaturen für Klavier vor den Live-Zuschauern im Internet spielen durfte – fühlte sich es schon wirklich sehr angenehm an. Vor Ort im Saal hingegen durften ja wegen Corona-Schutzmaßen leider nur die Preisträger und die Organisatoren selbst zuhören – selbst Teilnehmer des Wettbewerbs oder Eltern der Preisträger durften nicht dabei sein, weswegen ich ja diese Reise diesmal auch ganz alleine angetreten bin, da dies bereits im Voraus bekannt war.
Das gesamte Konzert ist auf https://www.jugend-musiziert.org/ nachhörbar, ich spiele so etwa ab Minute 34:45. Achtung – es ist im Grundlegenden im zeitgenössischen Stil komponiert, auch wenn ich versuche, immer wieder ein wenig klassische Akzente in meine Werke einzubringen 😉
20. September 2020
Nach meinem Konzert fotografierte ich am Samstag nicht mehr, am Samstag hatte ich schon genug fotografiert.
Aber wenn man schon in Freiburg ist, dann wollte ich es auch in vollen Zügen genießen und keinen Tag verschwenden, sodass ich den Sonntag auch noch schön ausnutzen wollte – dafür hatte ich mir auch noch Zeit genommen und hatte meine Abreise daher auch erst auf 13 Uhr gelegt.
Also, neuer Tag, neues Glück: Am frühen Morgen, eigentlich schon so kurz vor 10 Uhr, fuhr ich noch einmal in die Innenstadt und machte nun noch ein paar Fotos im morgendlichen Licht.
Es fühlte sich eher an wie 8.30 oder 9 Uhr morgens – tatsächlich war in der Innenstadt an einem Sonntagmorgen selbst um 10 Uhr kaum was los, ganz im Kontrast zu Samstagmittag.
Die Luft war sehr klar und frisch, die Temperatur angenehm – die Straßenbahnen fuhren zwar in einem weniger dichtem Takt, aber dennoch musste man an Orten wie der (H) Stadttheater kaum lange warten, bis man irgendwo eine Straßenbahn erblickt.
Urbos 310 glänzte wahrlich bei diesem schönen Wetter und bei dieser schönen Sonneneinstrahlung am Stadttheater. Am Samstag fand hier eine große Demo statt, sodass Fotografieren ja kaum richtig möglich war, am Sonntagmorgen war das nun viel einfacher.
Die aktive Altstadt am Samstagnachmittag empfand ich sehr attraktiv – aber auch den ruhigen Sonntagmorgen empfand ich sehr angenehm.

Kurven in der Innenstadt, die Combino 285 gerade abbiegt, kopfsteinbepflasterte Gassen mit Straßenbahnen und ohne Autos, der Freiburger Münster im Hintergrund und diese gesamte Perspektive, wo man mitten in der Innenstadt Berge und Wälder im Hintergrund sieht – solch ein Motiv könnte man ja fast träumen. Diese Berge und Wälder im Hintergrund, vermisse ich immer und immer wieder hier in Krefeld und Umgebung.
Und an dieser Stelle sah das Fotografieren ins Gegenlicht auch sehr schön aus, denn der tiefe Sonnenstand hatte noch einen wirklich schönen nebligen Effekt mitgebracht.

Was auch durch die Freiburger Altstadt verläuft: Wasser. Als ich im Juni dort war, war das fließende Wasser durch die Altstadt genau das erste, was mir aufgefallen ist und was ich bewunderte.
Wenn man aus so ner Stadt wie Krefeld kommt, wundert man sich gefühlt über alles, was Freiburg zu bieten hat…

Mittlerweile stand die Sonne schon etwas höher und als ich mich wieder am Stadttheater befand, fotografierte ich nun GT8D 250 im sehr schönen Licht.

Eine doch ziemlich auffällige und abgefahrene Werbung hat der Combino 278. Dieser war an diesem Sonntag auf der Linie 5 im Einsatz und wurde auch am Stadttheater fotografiert.
Die 5 ist die einzige Linie, welche hier die Linien 1, 2, 3 und 4 nur kreuzen und nicht den Hauptbahnhof anfährt.

Langsam rückte die Abreise näher, und ich machte mich zu Fuß schon auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Auf dieser Strecke zwischen Stadttheater und Hauptbahnhof ließen sich die Straßenbahnen gerade auch in schönem Licht in einer interessanten Kulisse fotografieren. Einmal fotografierte ich den Urbos 303 auf der Linie 4 nach Zähringen, eher noch von weit unten der Rampe und mit viel Zoom, zusammen mit der prägnanten katholischen Kirche Herz Jesus –

und als Allerletztes, zum Abschied, entstand weiter oben noch eine schöne Aufnahme von Combino 271 beim Verlassen des Hauptbahnhofes in einem ähnlichen Motiv, wo jedoch die Bahn mehr in den Vordergrund tritt und die Kirche eher in den Hintergrund gerät.
Auch das letzte Bild macht ein kleiner Zufall das Bild perfekt: Die silberne Farbe des Fahrzeugs hat nun hier am Ende wirklich wunderbar gepasst zu den silberfarbigen Pfeilern und Zäunen!

Es waren drei wunderbare Tage in Freiburg – mit ganz viel Glück, muss ich doch wirklich mal selbst zugeben.
Eine sehr schöne Erfahrung, die ich machen durfte, und schöne Bilder, die nicht nebenbei, sondern im wahrsten Sinne des Wortes in der Zwischenzeit entstanden sind.
Auch zahlreiche Videos sind entstanden, die ich zusammengeschnitten habe und nun auch veröffentlicht habe:
https://youtu.be/fdAVVvjD_hs
Ich hoffe, dass euch die Fotos und das gesamte Bericht auch gefallen hat!
Zwei Monate zuvor hätte ich kaum gedacht, dass ich nochmal eine so ausführliche Fotoserie 2020 rausbringe… und mittlerweile, steht nun schon der nächste Urlaub in den Herbstferien vor den Startlöchern, zuvor müssen nur eben vier Klausuren noch geschrieben werden 😉
Also, bis demnächst!
Ryokan