(F) Interrail ’23 (3/6) – die Straßenbahn in Nizza am 18.03.2023 (14B)

Europatour, Teil 3 von 6

Nizza, Frankreich (17. – 19.03.2023)
War es fast schon erwartbar? Nach Lyon und Marseille ging es nun die Küste entlang zur nächsten (und letzten) französischen Stadt Nizza, welches in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur liegt und mit rund 350.000 Einwohnern besiedelt ist. Die Stadt ist geprägt durch Palmen, in schönen Pastellfarben gefärbten Hausfassaden und zur dieser Jahreszeit mit zahlreichenden wachsenden Mandarinenbäumen. 

Nachdem wir am 17. März dort ankamen, war es nun der Morgen des nächsten Tages, der 18. März – an dem ich Zeit für ein paar Fotos hatte. Während mein Freund noch ausschlief machte ich mich auf dem Weg zur Altstadt, welche nicht weit weg von unserem Airbnb war und durch welche die Straßenbahnlinie L1 verkehrte. Schließlich holte ich noch das Frühstück beim Bäcker, welches wir am Ende im Airbnb zusammen aßen. In Frankreich konnte man in Hinsicht Bäckereien selten was falsch machen – überall hat es sehr gut geschmeckt. 

Nach nur wenigen Minuten Fußweg gelangte ich zum Place du Général de Gaulle vor dem historischen Gebäude Pathé Gare du Sud, in welches sich heute ein Kino befindet. 
Gegen 10 Uhr morgen war zudem ein Straßenmarkt auf dem Platz eröffnet, welches ebenfalls schön aussah.
Zwischen den Märkten auf beiden Straßenseiten fuhr die Straßenbahn – und das erste Straßenbahnfoto in Nizza war mit dem Wagen Nr. 07 entstanden. 
Im Gegensatz zu Marseille war die Wagennummer hier mehr als auffällig genug – im Hintergrund ein hübsches Gebäude. 

Mit der nächsten Bahn ging es dann auch weiter zum Place Masséna – einem sehr schönen Ort, wo sich Straßenbahnen auch ganz gut fotografieren lassen – vor allem vormittags vor 11 Uhr. 
Wagen 18 – welcher im Gegensatz zum zuvor gezeigten fünfteiligen Wagen Nr. 07 eines der siebenteiligen Exemplare war – wurde dort kurz nach der Abfahrt aus der gleichnamigen Haltestelle aufgenommen:

Ein Rückschuss, zwar gegen die Sonne, aber dafür mit dem Fontaine du Soleil im Hintergrund. 

Wagen 17 nahezu an der selben Stelle wie sein Bruder 18, nur mit etwas mehr Zoom und damit etwas mehr Fokus auf den bergischen Hintergrund – welches dieses Motiv definitiv zu etwas Besonderem macht – zumindest aus Sicht eines im Absoluten Flachland Niederrhein lebender Person. 

Mit Wagen 03 folgte wieder mal ein fünfteiliger Exemplar. Wie eben in Wikipedia geschaut, stammen die Wagen 01 bis 13 aus der Serie Citadis 302 und sind fünfteilig, während die Wagen 14 bis 28 der Serie Citadis 402 stammen und siebenteilig sind, wobei ursprünglich alle 28 Fahrzeuge fünfteilig waren und die Wagen 14-28 erst seit 2012 verlängert im Einsatz sind. Auf den weiteren Linien 2 und 3 verkehren andere Straßenbahnen, nämlich die des Typs Citadis 405, welche die Wagennummern 29 bis 54 tragen. Diese habe ich auf der Fahrt vom Flughafen (wo wir mit dem Flixbus aus Marseille angekommen sind, welcher übrigens nur 8 Euro gekostet hat) zum Hotel genutzt und optisch fand ich diese tatsächlich ein wenig besser als die auf den Bildern zu sehenen Citadis 302/402 der Linie 1. Für Fotos auf den Linien 2 und 3 hat die Zeit aber leider nicht mehr gereicht. 

Palmen und Wagen 23 zusammen. Erst dachte ich, sie wären gepflanzt – aber sie scheinen dort tatsächlich natürlich zu wachsen.

Ein schönes Motiv – am Nachmittag wäre es hier sogar lichttechnisch ganz gut – mit Palmen, dem Tour Saint-François und den Bergen im Hintergrund. An der nächsten Haltestelle Opera haben sich gerade die Wagen 22 und 26 begegnet.

Zurück in Richtung Place Massenet mit einer Spielerei, während Wagen 19 noch den Fahrgastwechsel an der Haltestelle tätigt:

Zwischen Place Massenet und etwa dem Bahnhof von Nizza erstreckt sich eine Haupteinkaufsstraße, in der die klassischen Kleidungsgeschäfte angesiedelt sind.
Der Straßenbahnverkehr hat hier aber kein Problem, durchzukommen – anders als in manch Fußgängerzonen in Deutschland.

Ein weiteres Fahrzeug, das in der Fußgängerzone aufgenommen wurde, war Wagen 13. Die Signalzeichen der Straßenbahnen waren genauso wie in Deutschland. 

Gare Thiers ist die nächste Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof Nizza (Nice-Ville). Unmittelbar im Hintergrund der Straßenbahnhaltestelle befindet sich auch ein unbenanntes, modernes und architektonisch recht interessant erbautes Gebäude aus Glasfassaden. Durch die mittlerweile angestiegene Zeiteile – da ich nicht wusste, ob mein Freund noch schläft oder im Airbnb einfach schon auf mich wartet – gelang mir aber kein besseres Foto hier. 

Ich übersprang den folgenden Teil und ging wieder zurück bis zur Haltestelle Liberation. Die Sonne war mittlerweile so gewandert, dass zwischen dieser und der nächst-nördlich gelegenen Haltestelle Borriglione auch fotografiert werden konnte – vor einer Stunde war hier nur lediglich Schatten.
Wagen 06 konnte auf diesem Streckenabschnitt – erneut mit Bergen im Hintergrund – fotografeirt werden:

Und ein letztes Bild entstand hier noch einmal mit einer siebenteiligen Version – dem Wagen 22 – und einer leicht anderen Perspektive:

Insgesamt finde ich die Straßenbahnen auf der 1 ansprechend – teilweise waren sie – und dabei bin ich beide Male mit einem Fünfteiler gefahren – doch sehr gut gefüllt. 
Von der Optik gebe ich von außen eine 8 von 10 (der 1, den Fahrzeugen der Linien 2 und 3 eher eine 9 oder gar 10 von 10); von innen eher eine 7 von 10 – interessant waren aber vor allem die Ansagen, welche immer durch – fast schon so eine Art von kurzer Filmmusik – eingeleitet wurde. 
Von der Betriebsqualität könnte ich zumindest zur 1 sagen, dass der 7.5-Minuten-Takt am Samstagmittag vielleicht ein wenig unzureichend war – bei einem 5- oder 6-Minuten-Takt wären die Bahnen bestimmt nicht ganz so voll gewesen. Aber glücklicherweise war es nur so voll, dass es noch aushaltbar war, wobei ich bedingt durch die Tokyoter Bahnen auch einen recht volleren Standard habe. Manche Freunde von mir hätten bereits „zu voll“ gesagt, wenn es keinen freien Sitzplatz mehr gibt und pro Wagenteil ungefähr 10-15 Menschen zusätzlich noch stehen. 

Nachdem ich zurückkam, spazierte ich mit meinem Freund noch durch die Altstadt und am Nachmittag ging es dann kurz Monaco anschauen – ein eigenständiges, lediglich 2 Quadratkilometer großes Land, das aber nur 20 Minuten Zugfahrt von Nizza entfernt ist, dem man hinterher sagt, dass dort nur Reiche wohnen – ein Eindruck, welches wir zum großen Teil bestätigen konnten. Leider war das Wetter dort bewölkt, doch einen Besuch war es wert – und auch empfehlenswert, wenn man schon sowieso in Nizza ist. Mehr als 2-3 Stunden muss man dafür aber wirklich nicht einplanen – wir waren dort auch nur spontan mit dem Zug für rund 3 Stunden. Eine Zugfahrt dorthin hat 4,40 Euro pro Person gekostet und der Zug fährt alle halbe Stunde – hin und zurück waren es 8,80 Euro. 

Abendessen kann man übrigens in Nizza nicht ganz so gut – um 22 Uhr schlossen bereits fast alle Restaurants. Der zweite Abend in Nizza war ein wenig traurig – nach drei gescheiterten Versuchen (zwei Läden waren sogar zu, obwohl im Internet stand dass sie offen haben – einmal war es bedingt durch Sonderurlaub und beim anderen war nichtmal in Grund angegeben) – bestellten wir uns um kurz vor 23 Uhr dann schließlich im Internet und aßen im Airbnb zuhause…

Am 19. März ging es dann bereits um 9:20 Uhr mit dem Zug weiter – und wie vorhin angedeutet, nach sechs vollen Tagen in Frankreich nun in ein neues Land 😉