Neben sonnigen Schneeimpressionen in Krefeld war ich am 11. Februar 2021 auch in Duisburg und Düsseldorf bei bestem Wetter die Schneedecke fotografieren.
Hier lag tatsächlich etwas geringer – wobei im Duisburger Norden, wo der Straßenbahnverkehr noch nicht gefahren war, teilweise deutlich mehr gelegen haben muss.
Als Krefelder begann die Fototour an der südwestlichsten Straßenbahnhaltestelle des Duisburger Straßenbahnnetzes bei Mannesmann Tor 2 in Duisburg-Hüttenheim.
Aus Uerdingen ging es mit der Buslinie 941 in nur wenigen Minuten dorthin – und obwohl es so nah ist, hatte ich bis zu diesem Tag tatsächlich noch nicht wirklich fotografiert. Dabei ist es doch eine eigentlich ganz schöne Strecke, die hier die Linie 903 befährt.
Gleich an der Endstelle angekommen, war ich von der Anzahl an Wagen, den ich dort traf, überrascht – drei bei einem 15-Minuten Takt waren mir recht fragwürdig.
Aber nichts für ungut, so konnten 1010, 1021 und 1032 in einem Bild aufgenommen werden, später kam dann tatsächlich noch 1003 als vierter Wagen hinzu, kurz bevor 1032 abfuhr.

Leider wurde jedoch darauffolgend Wahrheit, was ich befürchtete – ich lief vom Mannesmann Tor 2 die Strecke der 903 gen Osten, lief weiter, zwischendurch fuhr immer wieder mal ne Bahn in Richtung Dinslaken, aber in Richtung Hüttenheim, wofür die Sonne doch so gut steht, kam nichts. Mittlerweile zu Fuß an der (H) Tiger & Turtle angekommen, suchte ich nun die schneebedeckte Wiese, mit der ich die Bahn aufs Motiv haben möchte, wofür ich die 903 unter anderem für den Tag auswählte, hoffte, dass keine Bahn kommt, bevor ich den Zugang auf die Wiese und das Motiv fand. Tiger & Turtle sah ich rechts hinten, ich war zu weit gelaufen, lief zurück, dann war ich wieder zu weit zurückgelaufen, lief wieder zurück, bis ich realisierte, dass es das Motiv garnicht mehr gibt und nun auf der Wiese, die nun wirklich eine schöne Aussicht von Tiger & Turtle war, nun ein wirklich Duisburg-typisches, graues, hässliches, riesiges, streng überwachtes, Klotz steht. .. ich konnte nicht mehr. Ich schaute auf Google Maps, auf Sateliten, ob ich denn wirklich an der selben Stelle befinde – und ja, auf den alten Luftbilder war genau hier rechts eine breite grüne weite schöne Wiese zu sehen statt diesem hässlichen grauen Klotz. Ich googelte nach neue News bezüglich der Aussicht von Tiger & Turtle – aber außer, dass dieses gerade wegen Corona geschlossen ist, fand ich nichts.
An alle nicht-Duisburger – damit ihr es versteht – eigentlich hatte ich vor, aus solch einer genialen Perspektive die Duisburger Tram zu fotografieren – und alles, was auf diesem Bild grün ist, wäre weiß gewesen. Aber daraus wurde nix – schließlich stand dieser graue, mehr als zwanzig Meter hohe und hundert Meter lange graue Klotz vollständig auf Asphalt, sodass ich so ne Aussicht vergessen konnte – zumal ich nicht mal mehr den Zugang zu Tiger & Turtle fand, da die Schilder irreführend waren. Tiger & Turtle, ein architektorisch wirklich interessante Sehenswürdigkeit, wo von man eine wirklich schöne Sicht auf den Duisburger Westen herabschauen konnte. Da es mir zu sehr weh tut, folgen nun zwei weitere Bilder von diesem 27. Mai 2012, an dem ich glücklicherweise hier noch gewesen war, bevor dieser hässliche Riesenklotz gekommen ist.

Wahrscheinlich kann ich davon ausgehen, dass solch ein Foto jetzt also auch unmöglich geworden ist. Sicher bin ich nicht, aber zumindest von der Straße aus, wird man den wohl nicht mehr fotografieren können.
Es ist eine Schande um dieses Bauwerk, denn bevor dieser Klotz kam, war er von der Straße hunderte Meter lang wirklich sehr gut sichtbar. Den hat man ja auch natürlich dort gebaut, nicht nur damit man eine gute Sicht von dort hat, sondern viel mehr dafür, damit man dieses Bauwerk von weitem sieht – ansonsten hätte man da ja auch einfach nur eine langweilige Aussichtsplattform machen können.

Das muss man sich doch wirklich mal ergehen lassen. Das Bild entstand von diesem Tiger & Turtle aus und jetzt stellt euch vor, hier rechts auf der hinteren grünen Wiese steht nun ein zwanzig Meter hohe und ca. 70-80 Meter breite grauer Klotz, das kein Bisschen was von einer Schönheit zeigt. Wie kann man denn sowas einer solchen einmaligen Sehenswürdigkeit ausrichten!

Wenn wir schon die ganze Zeit von dem Klotz lästern, muss auch ein Bild zugegebenermaßen davon her –
vor Erschrecken fotografierte ich den Klotz selbst nicht in vollen Ausmaß, aber ihr werdet es wohl rechts leider trotzdem erkennen – und da war wohlgemerkt diese breite grüne Wiese.

Nun aber wirklich mal weiter bei der Straßenbahn. Obwohl ich so viel Zeit hier mit der Sucherei verschwendete, kam immer noch keine Bahn in Richtung Hüttenheim. Erst noch einmal knapp ein Kilometer weiter, kurz vor der (H) Rheinstahl, kam mir dann endlich eine Straßenbahn entgegen – leider im falschen Moment. Doch nur kurz danach kam schon die nächste mit TW 1037 und der kam wirklich im besten Moment. Diesen erwischte ich mit der evangelischen Kirche perfekt im Hintergrund in der Mitte des Bildes.

Ein weiteres Mal konnte ich ihn dann wenige Sekunden später in der Kurve aus der Bodenperspektive fotografieren – mit entsprechend viel Schneefläche im Bild.

Aber danach kam wieder eine lange Zeit keine Bahn. So stieg ich in die 903 in Richtung Duisburg um irgendwie noch voran zu kommen.
In Wanheimerort angekommen, stand die Sonne schlecht und der Schnee war eher matschig. Mit fotografieren wurde hier leider nichts.
An der letzten Haltestelle vor dem Tunnel, Platanenhof, fotografierte ich dann schließlich den TW 1015 einigermaßen ok – aber auch hier war der Schnee nicht mehr so weiß.

Auf einmal kamen dann aber zahlreiche Fahrzeuge vorbei. Einmal ein Rheinbahn-B80 der U79 mit einem Duisburger GT10:

Kurz danach ein Zusammentreff von GT10 und Duisburger B80 4712, der tatsächlich Solo unterwegs war und auch nur bis Grunewald fuhr:

Ich machte noch paar Nachschüsse von GT10 während ich auf meine U79 nach Düsseldorf wartete:

Von den so selten getroffenen GT10 kamen dann auf einmal so viele hintereinander, sodass ich gleich drei oder viermal zwei jeweils unterschiedliche GT10 wieder auf einem Bild drauf hatte, wie ganz zu Beginn der Tour.
1020 und 1032 begegneten sich…

1020 und 1043 wiederum in gleicher Fahrtrichtung…

dann aber kam meine U79, sodass ich sagte – tschüss Duisburger GT10. Mal schauen, ob ich sie im Sommer noch einmal fotografiert bekommen werde.

Anschließend ging es zum beliebten Fotostandort Froschenteich. Die bekannte Wiese vor der Strecke der U79 wollte ich auch einmal fotografiert haben – und da eignete sich eine Schneedecke natürlich dafür.
Erwischt habe ich dort eine graue Doppeltraktion mit 4232 + 4225, was eigentlich recht selten ist, da die meisten B80 der Rheinbahn doch rot-weiß sind (grau-rot sind nur 4206, 4221, 4222, 4225, 4232, 4244, 4253, 4255).

Die nächste Traktion fotografierte ich dann noch einmal etwas anderes, und diesmal kam dann auch eine rot-weiße B80 Doppeltraktion der DVG mit 4718 + 4711, mit der es dann auch weiter über die unmittelbare Stadtgrenze nach Düsseldorf ging.

Letzter Fotohalt war dann in Düsseldorf am Luegplatz – hier lag kaum noch Schnee trotz des eigenen Gleiskörpers.
Aber das Wetter war trotzdem sehr gut geeignet zum fotografieren. Auch wenn die Bahnen hier nicht ganz unbedeckt passten, wurde hier mit 4259 + 4281 nun eine rot-weiße B80 Doppel der Rheinbahn, unterwegs auf der U77, fotografiert:

In die Gegenrichtung kam dann gerade ein Sonderzug mit 4206 + 4214 mit der Anzeige „Sonderzug – Bleibt gesund!“ – natürlich ein Schmankerl für Fotografen, den ich dann auch motivlich ein wenig ausgenutzt habe – witzig zu sehen auch das grüne Dach der Tonhalle links, das halb mit Schnee bedeckt ist. Zufällig fuhr dann noch ein Auto mit Schweizer (?) Kennzeichen in den Bildbereich hinein.

Ein letztes, stimmungsvolles Foto machte ich dann hier noch mit einer GT8SU-Doppeltraktion, die auf der Linie U75 fuhr und mit den Wagen 3227 und 3229 gebildet war und hier von der Nachmittagssonne mal sehr schön beleuchtet wurde.
Das Bild zum Abschluss hat mir nochmal sehr gefallen.

Ich hoffe, euch haben die Bilder gefallen – für mich galt an diesem Tag: Am Ende gut, alles gut – trotz der anfänglichen Aufregungen wegen der 903, die die ganze Zeit nicht gekommen ist und dem Klotz vor Tiger & Turtle, brachte die Tour vorallem gegen Ende hin nochmal schöne Bilder am Froschenteich und Luegplatz, sodass ich recht zufrieden nach Hause ging.
In der nächsten Zeit kommt nun wieder mal leider eine Klausurenphase auf mich zu, aber man wird sich sicherlich noch weiter voneinander hören –
ich wünsche euch allen noch bis dahin eine schöne Zeit,
Straßenbahnfotograf aus Krefeld – Ryokan