[A] Einen Tag und einen Abend in der Augsburger Innenstadt (43B)

Ihr hört doch noch etwas von mir 🙂

Anlässlich der Aktion „Play Me, I’m Yours“, in der mehrere öffentlich spielbare Klaviere künstlerisch gestaltet werden und in der Stadt Augsburg verteilt werden, befand ich mich am gestrigen Samstag, den 3. September von 11 bis 24:30 Uhr in Augsburg. Diese Aktion findet seit sechs Jahren jährlich im September statt, dieses Jahr sind vom 2. bis zum 25. September insgesamt zehn Klaviere in der Stadt Augsburg verteilt und öffentlich spielbar. 

Sechs von denen befinden sich in der Alt- und Innenstadt Augsburgs – am Königsplatz, am Marktplatz, am Dom, am Rathausplatz, am Ulrichsplatz und in der Bäckergasse und sind täglich bis maximal 21 Uhr spielbar. Weitere Klaviere spielen an der Herz-Jesu-Kirche im Stadtteil Pfersee, am Friedensplatz in Oberhausen sowie eine an der Uni und eine an der Gaststätte Schwarze Kiste am Hochablass. Diese vier Klaviere waren mir jedoch „zu weit entfernt“, sodass ich mich tatsächlich den gesamten Zeitraum von 13 1/2 Stunden fast ausschließlich in der Alt- und Innenstadt bewegte. 

Diese Aktion ist für mich eine tolle Gelegenheit, ein wenig Taschengeld zu verdienen und dabei gleichzeitig neue Orte und Menschen kennenzulernen und Fotos zu machen. Zwar war ich vor sechs Jahren, am 28. Juli 2016 schon einmal in Augsburg – und durfte damals mit 12 sogar einen M8C im Betriebshof unter Betriebsbeaufsichtigung fahren (LINK), sodass ich vieles wiedererkannt habe und mir die Orientierung auch viel leichter fiel – doch ist es dann – mal abgesehen von den interessanten Bildern aus dem Betriebshof – aus heutiger Sicht nicht wirklich viel gewesen, was man so fotografiert hat.

1) Um 11 Uhr am Hauptbahnhof angekommen, wurde als erstes der Combino 831 im Einsatz auf der 6 fotografiert. Mich persönlich freute es, die Wagennummern 831 bis 850 zu sehen, nachdem diese in Krefeld mittlerweile nur noch sehr lückenhaft vergeben sind, da der Rest verschrottet ist!

2) Hin und wieder schien die Sonne aus den Wolkenlücken, so auch dann, als 887 gerade als Linie 6 am Hauptbahnhof ankam und nun seine weitere Fahrt nach Stadtbergen verkehrt.

3) Mit der nächsten Bahn ging es zum Königsplatz. Innerhalb des City-Bereiches darf man mit der Augsburger Straßenbahn kostenlos fahren – ein tolles Angebot. Der leider nur nicht wirklich ausgenutzt werden konnte, da gefühlt über die Hälfte der Strecken in der Innenstadt aufgrund von Gleisbauarbeiten am Moritzplatz garnicht befahren wurde.

4) Beispielsweise wurde hier die Straßenbahnstecke in die Altstadt hinein Richtung Rathausmarkt nicht befahren – eine, die ich fotografisch eigentlich sehr schön fand. 

5) Recht gut stand aber dafür die Sonne, um auf der Fuggerstraße die Bahnen der 4 und 6 in Fahrtrichtung der Haltestelle Königsplatz einzufangen. 

6) Die Augsburger Straßenbahn mit der Schnapszahl 888 mit dem Staatstheater besser im Hintergrund.

7) Aus der Gegenrichtung kam 854 direkt wieder zurück; die 4 endet aktuell außerplanmäßig an der Haltestelle Königsplatz. 
Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich die ganzen Außerplanmäßigkeiten und die Linienführungen verstanden habe. 

9) Vier Stunden später entstand erst das nächste Bild. Nach den ersten acht Fotos legte ich nun erstmal meine Konzentration auf das Klavierspielen, solange das Wetter noch gut war – denn es war klar, dass der Regen kommt. 
Um 15:30 Uhr kam er dann auch – und nachdem das Tief durchgezogen ist, zuckte ich wieder meine Kamera raus und es ging an die Strecke vom Staatstheater wieder zurück Richtung Königsplatz – wo anders fuhr in der Innenstadt keine Bahn. Ein sehr regnerisches Bild entstand mit dem Combino 861, der gerade am Staatstheater um die Ecke gebogen kam.

In die Gegenrichtung sah es ein wenig heller aus – und hier begegnet er seinen Bruder 862. Man sieht, wie frisch der Regen hier noch gefallen war.

11) Ein besonders stimmungvolles und schönes Bild mit den dunklen Wolken im Hintergrund entstand mit der Schnapsbahn 888, der gerade den Königsplatz verlassen hat und nun Richtung Staatstheater fährt.

825 in der Kurve vor dem Staatstheater. 

Zwei Verkehrsmittel, drei Fahrzeugtypen – ein FOC, ein Combino und ein Bus der Linie 502. 

und nun nochmal von der anderen Seite und mit 897. 

895, 897, der Wagen dazwischen, 896, rollt als nächstes in die Haltestelle Königsplatz hinein. 

Nun wurde es Zeit, an der Haltestelle selbst ein paar Aufnahmen zu machen. Die Haltestelle hat insgesamt zehn Einstiege – A1-A4, B1-B2 und C1-C4. A, B und C sind dabei jeweils die Seiten des Dreiecks. Ich seh schon, irgendwann gibt’s im Abitur ne Matheaufgabe zu dem Flächeninhalt der Haltestelle Königsplatz in Augsburg…
841 am Bahnsteig A3 als Linie 4 in Fahrtrichtung Oberhausen. So ganz einfach ist es nicht, die ganzen Linien und die zugehörigen Bahnsteige zu finden. Bei A3/A4 halten die Linien 4 und 1. 

Die Linie 2 hält am Bahnsteig B. Sie ist die einzige Linie, die an der Seite B hält und dementsprechend hat diese Seite auch nur zwei Einstiege. 

Fehlt nur noch die Seite C, wo die Linien 3 und 6 halten. Vorher aber noch ein Neuankömmling der Linie 3 fotografiert: 

Kurz zur anderen Seite geschaut – fotografierte ich noch eine Einfahrt des FOC 887 in die Haltestelle als Linie 2.
Dort, wo die Luftballons dekoriert sind – dort befindet sich auch das Klavier, das aber leider auch hier witterungsbedingt mittlerweile bedeckt war. 

Es folgt ein Foto der 6 – fahrplanmäßig kommen die 3 und die 6 immer ziemlich direkt hintereinander. Ein paar Bäumen hat’s übrigens hier die Dürre stark erwischt, was man selbst bei Regen nicht mehr unabsehbar ist: 

Mit 843 und 847 trafen sich nun hier zwei Combinos der 6 nebeneinander.

Bei C1/C2 hält die Linie 6, bei C3/C4 die 3. Der nächste 6er nach Stadtbergen fährt mit FOC 887 in die C1 ein:

Direkt daneben steht 884 abfahrtsbereit als 3 Richtung Hauptbahnhof. 

Übersichtlich ist der Königsplatz mit seinen ganzen Abzweigen definitiv nicht. Die Hermannstraße befährt nur die Linie 4: 

3 und 6 fahren wiederum Richtung Hauptbahnhof über die Halderstraße, aber halten nicht am selben Bahnsteig. Dementsprechend gibt es also auch zwei Gleise, die sich so gut wie im 90 Grad-Winkel kreuzen – hier ein Bild wo das gut zu sehen ist: 

Von der anderen Seite der Kreuzung, 876 als Linie 6 in voller Pracht vor der Haltestellenkonstruktion Königsplatz.

Wie lang die siebenteiligen FOC’s wirklich sind, nämlich 42 Meter, wird auch manchmal erst bei solch einem Bild so richtig bewusst: 

889 als die nächste 3 Richtung Hbf. 

Was fehlte, ist noch eine 1 auf der Hermannstraße in Fahrtrichtung Göggingen. Nachgeholt mit 697: 

und ein ganz kleines Stückchen weiter für Combino 835 – SEGMÜLLER-Werbungen gab es wie 2016 auch dieses Jahr noch zuhauf.

Nach dem gezogenen Regenschauer schien die Sonne durch den Vorhang und plötzlich wurden Regenbogenaufnahmen möglich! Für das Fotografieren an der Strecke der 3/6 zum Hauptbahnhof stand die Sonne genau richtig und der Regenbogen ließ sich ebenfalls an geeigneter Stelle zeigen. So entstand das Bild des nächsten Wagens, FOC 877 mit dem Regenbogen im Hintergrund – wohl eines meiner Lieblingsbilder von gestern.

Ein ähnliches Spielchen mit 872: 

Leider aktuell nicht von der Straßenbahn befahren war die Maximilianstraße am Ulrichsplatz. Auch dort wären bestimmt sehr schöne Bilder entstanden – die Architektur in dieser Straße sowie die Pflastersteine gefielen mir sehr. 
Noch ohne zu wissen, welche bedeutende Rolle diese Straße im Augsburger Nachtleben hat, fotografierte ich hier am Nachmittag kurz vor 18 Uhr – als die Sonne schon von der Höhe her nicht mehr ganz so hoch war, alles anzustrahlen. 
Ich merkte, wie die Tage doch mittlerweile um Einiges kürzer geworden sind – in 18 Tagen ist Tagundnachtgleiche!

Die Fassaden der Wohnungen haben etwas Künstlerisches- so mein erster Eindruck. 

Weiter in Richtung Bäckergasse, um die letzten beiden Klaviere aufzusuchen – leider war der am Ulrichsplatz wegen dem vorangegangenem Regenschauer zugedeckt und in der Bäckergasse habe ich nicht einmal einen gefunden. 
Auch die Straße zur Bäckergasse sah mit der Kirche im Hintergrund und der doch recht steilen Steigung schön aus – nur leider fuhr auch hier keine Bahn. 

Auf dem Weg wieder zurück in Richtung Königsallee, fotografierte ich noch auf der Konrad-Adenauer-Allee. Wenigstens hier verkehrten die Linien 2, 3 und 6 und damit konnte auch mit FOC 875 hier ein Foto mit der Bahn gemacht werden. 

879, mit einer Vollwerbung für alkoholfreies Bier, in die Gegenrichtung. Der hellblaue Himmel reflektierte auf dem nassen Asphalt, sodass der Asphalt dunkelblau erschien: 

Der Königsplatz noch einmal nun im blau-silbernen Licht: 

Ich blickte kurz mal zum Augsburger Plärrer hin, fuhr also mit der nächsten 2 kurz dorthin. Am Eingang wurde meine Tasche von Sicherheitspersonalen angetastet, sonst entsprach es aber weitestgehend dem, was ich auch aus den Kirmessen aus dem Rheinland kannte. Ein wenig lief ich herum, aber was wollte ich hier alleine tun – wäre ich mit Freunden da, hätte ich jetzt Lust gehabt auf etwas drauf zu gehen, aber nicht alleine. Also fuhr ich mit der nächsten Bahn auch schon wieder zurück. 

Als letztes erkundigte ich noch einen kurzen Teil einer weiteren Strecke, auch wenn auf der ebenfalls bedingt durch die Sperrung am Moritzplatz keine Bahnen fuhren. Die Strecke der 1 Richtung Barfüßerbrücke, wo ich mich vor sechs Jahren aufenthielt und Straßenbahnen fotografierte, während meine Mutter ein Kleid in einem der dortigen Läden einkaufte. Anders als vor sechs Jahren, bemerkte ich aber auch heute die künstlerische Gestaltung dieser Straße (Barfüßer-/Jakoberstraße). Das Gelb und Orange der Hausfassaden habe ich letztes Jahr bereits in Nürnberg gesehen, es scheint irgendwie ein bayrisches Ding zu sein… 

Kaum war ich aber auch schon wieder zurück am Rathausplatz. 
Der Rathausplatz ohne Straßenbahn, vermutlich wohl eher Seltenheit und Ungewohnheit für die Augsburger. Dementsprechend war es hier um kurz nach 19 schon sehr ruhig. Ein Halbmond strahlte schon ehe die Sonne noch unterging: 

Einen Sprung in die Nacht und in Richtung Maximilianstraße.
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Die Langzeitbelichtungsaufnahmen – die sind aber tatsächlich ziemlich sehenswert geworden. Siehe das – so ziemlich genau dort, wo ich vor vier Stunden fotografiert hatte, nun in der Nacht.

Was den Verkehr angeht, war die Straße so leer, dass ich sogar eine Langzeitaufnahme mittig auf der Straße durchführen konnte – und so entstand noch ein zweites, gelungenes Nachtfoto. 

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Auf dem Weg zum Hauptbahnhof, lief ich noch einmal am Königsplatz vorbei und so machte ich dort noch eine letzte Nachtaufnahme mit dem Combino 862, der um 23:45 Uhr als Linie 2 am Bahnsteig B2 in Fahrtrichtung Augsburg West zur Abfahrt bereit stand. 

Um 0:37 Uhr fuhr dann mein ICE 618 nach Münster (Westf) Hbf mit wenigen Minuten Verspätung in Gleis 1 des Augsburger Hauptbahnhofs ein und war aber auch irgendwie froh, dass ich nun sicher in dem ICE nach Hause saß und nun – nachdem ich mir die Fotos angeschaut und abgeschickt habe – schlafen konnte. Ein Blick aufs Handy verriet mir dann zum Abschluss noch: Stolze 33.267 Schritte. Alles in allem, ein erfolgreicher Tag.

In Köln sah ich noch den zweiten Sonnenaufgang in Folge aus einem ICE, ehe ich heute morgen früh um 7:46 Uhr, sicher zuhause ankam. Insgesamt war ich mehr als 24 Stunden, stolze 26.5 Stunden an einem Stück unterwegs, ohne einmal im Bett gelegen zu haben. Den heutigen Tag, habe ich mir nun natürlich zum Auskurieren nach diesem interessanten Tag genutzt. 

Ich wünsche euch einen schönen Start in die neue Woche 🙂

Liebe Grüße
Ryokan