Am heutigen 24.01.2021 hat es erstmals in diesem Winter etwas ausgiebiger geschneit, das länger als drei Stunden liegen blieb – der Schnee in der vergangenen Woche (am 17. Januar) war ja nach wenigen Stunden schon wieder verschmolzen.
Nachdem ich realisierte, dass bereits gegen 10 Uhr früh in Krefeld die M8Cs durch FOCs ausgetauscht wurden, war mir das Spotten in dem Betrieb im 30-Minuten-Takt und ausschließlich FOC’s bisschen öde, dass ich mal in anderen Städten fahren wollte.
Ich wusste nicht ganz so recht, was die beste Entscheidung dafür war – geografisch hatte ich jedoch vermutet, dass im höheren Bergland mehr Schnee liegt als im Tiefland.
So entschied ich mich für Wuppertal – da diese Stadt noch einigermaßen in der Nähe ist und mit der Schwebebahn auch ein Schienen-Nahverkehrsmittel zu bieten hat. Ein weiterer Punkt war, dass diese aktuell ja nur an Wochenenden fährt – und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Winter noch einmal genau an einem Samstag oder Sonntag schneit – nach der Mathematik müsste die Wahrscheinlichkeit irgendwas bei 14,2857% liegen. Und wer weiß, ob nicht welche Schwebebahnen, die heute noch im Dienst sind, bald wegen Mängel doch komplett ausgemustert werden – eigentlich ziemlich unrealistisch, aber es scheint, als wär bei der Schwebebahn nichts unrealistisch.
Während der Wartezeit am Neusser Hauptbahnhof auf meinen RE13 nach Wuppertal entstanden jedoch zunächst zwei Aufnahmen von Straßen- bzw. Stadtbahnen in diesem Wetter –
einmal wurde eine B-Wagen-Doppeltraktion mit 4220 + 4253 erwischt und einmal der NF10 2025. Ganz so hoch war die Schneedecke hier nicht – aber immerhin ein paar Millimeter mehr als in Krefeld, so zumindest nach meinem Gefühl.


In Vohwinkel angekommen, staunte ich nicht schlecht – ich konnte mich vor Freude fast nicht mehr von der Stelle bewegen.
Einen Lineal hatte ich zwar nicht mit, aber es lag DEUTLICH mehr Schnee als in Krefeld oder in Düsseldorf – mindestens um die 10 Zentimeter.
Ich hatte das Gefühl, als wäre ich irgendwo in Österreich in einem Abfahrtstal eines Skigebiets gelandet – oder ins Jahr 2010 zurückgesprudelt worden. Der Schnee ging höher als meine Schuhe, und das hatte ich nur 2010, oder in einem Skigebiet erlebt.
Eine bessere Entscheidung, als genau heute nach Wuppertal-Vohwinkel zu fahren, hätte ich nicht treffen können – so meine stolze Aussage zu diesem Zeitpunkt.
Noch bevor ich überhaupt zur Schwebebahn gelang, machte ich schon daher vor lauter Aufregung einige Busaufnahmen, meiner Meinung nach ein besonders schönes entstand dabei mit dem Solobus 1248:

Nun aber zur Schwebebahn – die sich nach meinem ersten Eindruck viel schwieriger mit dem Schnee fotografieren ließen als Busse. Denn Schnee lag auf dem Boden, und leider nicht mehr wirklich auf den Bäumen.
Sonst wäre die Schwebebahn natürlich sehr schön gewesen. Zusammen mit dem Kaiserplatz ging es aber noch halbwegs ganz schön, da hier noch ordentlich viel Schnee lag.

Eine Bank, die auf dem Kaiserplatz stand, bewies den anscheinend doch ziemlich stark gewesenen Schneefall sehr.
Da hatte wohl jemand noch vor dem Schneefall eine leere Glasflasche stehen lassen, wodurch aber nun die Schneehöhe auch auf diesem Foto noch einmal besser abschätzen lässt:

14/27 in die Gegenrichtung. Dieses Motiv müsste ziemlich bekannt sein – bei Sonnenschein schlecht umsetzbar, aber bei Schnee natürlich möglich.

Auch am Hammerstein ließen sich noch vergleichsweise recht winterliche Bilder machen. Die Schneedecke war aber hier – wie auf allen von Autos befahrenen Straßen – deutlich geringer.
Mit diesem Foto erweckt jetzt nicht so die Realität, dass 10 Zentimeter oder mehr an Schnee gefallen ist – und dementsprechend war das Fotografieren hier eher kontraproduktiv. Denn 2-3 Zentimeter Schnee kommen in Wuppertal aufgrund der ca. um 100 Meter höheren Lage generell etwas öfter vor als in Krefeld.

Anschließend wollte ich mal schauen, wie die Wasserstrecke im Schnee aussieht – und an der ersten Haltestelle Zoo/Stadion sah es tatsächlich nicht schlecht aus.
Das jedoch auch nur dank dessen, dass das Gerüst noch leicht vom Schnee bedeckt war, und dass die Schneehäufen der Straße aus dieser Perspektive noch gut zu sehen waren.

In die andere Richtung sah es leider nicht ganz so schön aus. Dadurch, dass die „Büsche“ direkt an der Wupper nicht ganz mit Schnee bedeckt waren, war das nichts Ganzes und nichts Halbes…

Also ging ich nach unten. Und naja, das sah leider nicht wirklich besser aus. Langsam fürchtete ich ein wenig, ob ich mit Wuppertal nicht die schlechteste Wahl getroffen habe, die ich heute überhaupt treffen konnte.
Denn bei solch einem Bild wird die hohe Schneedecke von 10 Zentimetern nun wirklich nicht deutlich sichtbar und es sieht eher nach tristem Graupelschauer-Wetter aus. Da hab ich dieses Motiv mit Sonnenschein und grünen Bäumen deutlich schöner fotografieren können.

Mit mehr Straße im Bild sah es schon bisschen besser aus. Doch mittlerweile sind vier oder fünf Stunden seit dem Fallen der letzten Schneeflocke vergangen, sodass Schnee nur noch an den Seiten der Straße lag.
GTW 14/20 überquert gerade die Straße, um von der Land- auf die Wasserstrecke zu wechseln.

War es die Sonne? Ein weiteres Bild in die Gegenrichtung wurde leider schon wieder viel zu dunkel. Dabei wollte ich diesmal ne Schwebebahn mit dem besonderen Gerüst mit der Nummer 100 fotografieren – der einzige senkrechte und der einzige Gerüst „ohne Partner“, da er mittig gestellt ist.

Interessanter funktionierten somit heute Fotos, die sonst eigentlich gegen dem Licht geschossen wären, besser – zugunsten der Fotomotive. Eine Schwebebahn in dieser Kurve hatte ich so noch nicht fotografiert, 14/18 auf dem letzten Abschnitt der Landstrecke.

Verließ ich jedoch die Landstrecke anschließend, musste ich wieder mehr drüber nachdenken, ob eine andere Stadt nicht besser gewesen wäre.
Die Wasserstrecke sah nämlich mit dem nur halbbedecken Schnee um Längen nicht so schön aus, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Das Bild wird eher geprägt durch die Breite des Wuppers als durch des Schnees – und so wenig Schnee, wie hier auf dem Bild zu sehen ist, fällt öfter in einem Jahrzehnt als solch ein starker Schneefall wie in der vergangenen Nacht.
Andererseits, muss man zugeben, wäre ein Aufenthalt in Krefeld nicht besser gewesen, da hier garnicht so viel Schnee gefallen ist. Später erfuhr ich dann, dass in Essen-Bredeney 17 Zentimeter an Schnee gefallen ist.
Dorthin begab ich mich nicht, da ich mir leider eingebildet hatte, dass die Bredeney-Strecke von der 108 sonntags nur halbstündig bedient wird. Aber in Fakt wird sie viertelstündlich bedient – zwar immer noch weniger als der 6-/4-Min Takt an einem Schultag, aber ein 15-Minuten Takt hätte ich auch verkraften können. Nun war’s leider ein bisschen zu spät, jetzt noch von Wuppertal nach Bredeney, da wäre die Sonne schon fast wieder untergegangen.

Ich wollt noch das beste herausholen und lief daher den Abschnitt bis zur Varresbecker Str., viel ließ sich jedoch tatsächlich nicht mehr machen. Auf diesem Bild sieht man den Schnee sogar kaum:

An der (H) Varresbecker Straße selbst sah das dann auch nicht viel besser aus. Und ein weiterer Nachteil für einen Wuppertal-Besuch: Da in Wuppertal aufgrund der höheren Lage öfter Schnee fällt, hätte ich doch gerade den heutigen Tag, an dem es mal richtig bis ins Flachland geschneit hat, wo anders ausnutzen sollen. Und es sind sowieso nur neue Bahnen, da macht’s nicht aus ob Krefeld oder Wuppertal, und in Essen-Bredeney hätte man sogar M8C gehabt…

Eine weit entfernte Aussicht am Robert-Daum-Platz sah rangezoomt aus wie ein Skigebiet – naja, jetzt wo ich es zuhause sehe nicht wirklich, aber da das weit weg war, sah das mit bloßen Augen tatsächlich so aus wie ein Skigebiet.
Gibt es natürlich nicht in Wuppertal – aber diese Aussicht fand ich dann doch mal wirklich schön 😉

Anders die Aussicht mit der Schwebebahn – die war grässlich. Und so fand ich keine Fotohalte mehr bis Kluse, und weiter nach Oberbarmen wollte ich nicht, da ich dann noch eine weitere Stunde in Wuppertal verbracht hätte – vermutlich ohne schöneren Fotos.
Eine letzte Aufnahme entstand somit am Hauptbahnhof und erkundigte mich dabei noch einer neuen Fotokulisse, der ich mich noch nicht begab, den ich aber schon mal in einem Forum gesehen hatte und hübsch fand.
Mein Foto wurde heute nicht so hübsch wie das, was ich im Internet fand – und das lag vermutlich auch an dem Wetter. Und von dieser Perspektive sieht man eh nicht, ob da 5 oder 10 Zentimeter Schnee liegt – also war es ebenfalls eine schneeuntaugliche Aufnahme.
Dennoch – zeige ich euch dieses Bild zum Abschluss mit GTW 14/03.

Ich habe viele negativen Kommentare hinterlassen, aber hoffe, dass die Fotos euch wenigstens gefallen haben.
Ich hoffe sehr, dass es die kommende Nacht noch einmal – auch wenn nur paar Zentimeter – erneut schneit, damit ich eine „Revange“ zum heutigen Tag ausüben kann.
Wuppertal steht mir zum Glück morgen nicht mehr zur Verfügung, da die Schwebebahn nicht fährt. Da werd ich mich nach Essen begeben, wahrscheinlich aber eher den alten und flach gewordenen Schnee von heute sehen und mich anschließend noch mehr beschweren, dass ich nicht heute dorthin gefahren bin. Zudem soll wohl in Krefeld, Düsseldorf, Neuss und Essen sogar nachmittags die Sonne gescheint haben – und ausgerechnet dorthin, wo ich mich begab, nämlich Wuppertal, blieb der Himmel bedeckt.
Eine schlechtere Entscheidung konnte ich also nicht treffen – oder war es doch die beste ? Denn das Erlebnis in Vohwinkel, aus dem RE13 auszusteigen und eine so winterlichen Szene wie in einem Skigebiet erleben zu dürfen, auf dem noch nicht so oft begangenen Bahnsteig des Vohwinkeler Bahnhofs auf 12-13 cm bedecktem Schnee zu laufen und Busse neben 25cm hoch aufgeschobenen Schneehäufen zu fotografieren – solch was Besonderes werde ich vielleicht in den nächsten zehn Jahren nicht mehr erleben können.
Das war heute mein bestes Erlebnis – und dafür hat sich die Fahrt nach Wuppertal auf jeden Fall gelohnt. Nur alles was danach kam, ist mir fragwürdig. So wäre es am besten gewesen, wenn ich eine Stunde früher gefahren wäre, spätestens nach der ersten Aufnahme am Zoo/Stadion direkt weiter zurück nach Vohwinkel und dann nach Essen gefahren wäre – oder einfach Busspotting in Wuppertal gemacht hätte statt Schwebebahnspotting 😉 Aber das ist und bleibt die Fahrradketten-Geschichte für den heutigen 24. Januar 2021.
Sollte ich mit dem Schneefall morgen Glück haben, werden also weitere Bilder folgen – wenn nicht, lässt es mich noch mehr zweifeln, was die beste Entscheidung für heute gewesen wäre. Oder gibt es nichtmal das „Beste“?
Nachdenkliche Grüße
Ryokan (nicht Roykan!)