Eine Europatour
Mit einem Freund aus der Schule führte ich vom Montag, dem 13. März bis zum Freitag, den 31. März 2023 eine Interrailtour durch einen Teil Europas durch.
Innerhalb dieser 19 Tage besichtigten wir im Hauptzeitraum zehn Städte in sechs Ländern – als Bonus hingen wir noch einen kurzen Aufenthalt in Berlin als elfte Stadt und im siebten Land dazu.
Hauptsächlich standen gemeinsame Aktivitäten, Spaß, das Entdecken der Stadt und zum Teil auch das Kennenlernen anderer Menschen im Fokus – bei einer solchen Reise durch die verschiedenen (Groß-)städte wollte ich aber zumindest in jeder Stadt mit einem Straßenbahnbetrieb auch mindestens ein Straßenbahnfoto zur Erinnerung haben.
Bei einer Tour mit einem Aufenthalt von maximal 60 Stunden pro Stadt klappte es zeitlich mal mehr und mal weniger mit der Straßenbahnfotografie; so blieb es bei zwei der acht Städten mit Straßenbahnbetrieb tatsächlich bei einem Straßenbahnfoto, während in einer anderen Stadt bis zu 30 gute Aufnahmen der Straßenbahnen entstanden.
Meistens entstanden die Fotos genau dann, wenn mein Freund ein wenig mehr ausschlafen wollte oder sich ein Museum anschauen wollte, das mich nicht interessiert hat – während ich dann die Zeit währenddessen hierfür genutzt habe, um die Zeit der gemeinsamen Aktivitäten nicht dadurch zu belästigen.
Ebenfalls war es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich der ÖPNV in den einzelnen Städten gewichtet und gewertet wurde – sei es in der Taktung bzw. der Frequenz; der Linienverläufe und dichte sowie dem eingesetzten Wagenmaterial – von 96 Jahren alten bis hin zu nagelneuen Bahnen war im Liniendienst alles dabei.
Insgesamt werden es hier wahrscheinlich sechs Beiträge werden, in denen acht Straßenbahnbetriebe gezeigt werden. Zwei der zehn besuchten Städte hatten keinen eigenen Straßenbahnbetrieb bedingt durch die kleine Größe der Stadt.
Stadt Nr. 1 – der Beginn der Tour: Lyon, Frankreich (13. – 15.03.2023)
Ein wenig überraschend begann die Tour in der mit rund 500.000 Einwohnern besiedelten Stadt Lyon im Osten Frankreichs.
Um 5:52 Uhr mit dem Thalys in Duisburg gestartet und in Paris in einen TGV umgestiegen, kamen wir am Montag, 13.03. kurz vor 14 Uhr in Lyon an.
Nachdem am ersten Tag die schöne Notre-Dame sowie die Altstadt erkundet wurde, sowie am zweiten Tag viel Zeit im Parc de la Tête d’Or verbracht wurde, brach ich schließlich am dritten Tag, dem 15. März morgens gegen 9 Uhr kurz aus dem Hotel raus und fuhr zur Straßenbahnlinie T1, die an der recht nahegelegenen Haltestelle Debourg in Richtung Norden startet. Eineinhalb Stunden hatte ich genau Zeit, bis ich wieder im Hotel zurück war – somit war nicht ganz viel Zeit zum Fotografieren.
Am Abend zuvor war ich bereits mit der T1 gefahren und mir fiel das schicke Design der Straßenbahn von außen auf – obgleich ich anschließend feststellte, dass sie von innen nicht ganz so schick waren wie es von außen erscheinen mag. Mindestens genauso schick wie die Straßenbahn fand ich jedoch die Pont Pasteur – einer Brücke für die Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger, weswegen ich mich in der knappen Zeit dorthin zum Fotografieren begab.
Die Sonne stand dort ebenfalls recht optimal – und so war es Triebwagen 19, von dem ich hier in Lyon als Erstes eine Aufnahme auf dieser Brücke machen konnte.

In Lyon fiel mir besonders die selbstfahrende Metro im 3-Minuten-Takt und die schön gestalteten Bahnhöfen besonders positiv auf – so musste man bei der Metro kaum mehr als drei Minuten auf die nächste Bahn warten. Dahingegen war der Straßenbahnbetrieb in Sachen Taktung und Modernität „nur“ normal – der 7,5-Minuten-Takt an einem Mittwochvormittag war aber auf jeden Fall ansprechend für die Nachfrage.
In Sachen Design punkteten einige Fahrzeuge mehr als andere – so fand ich gerade den nächsten Zug, den Wagen 59, noch einmal optisch hervorragender als den vorangegangenen Wagen 19 – den ich nun auch noch perfekter auf der Brücke fotografieren konnte. Das herrliche Blau des Himmels schenkte das Bild noch einen Zusatzpunkt.

Ein Straßenbahnbild, was nach typisch Lyon aussieht – wollte ich auch noch schießen; solch eine Möglichkeit ergab sich westlich der Brücke, kurz hinter der Haltestelle Musée des Confluences, dessen gleichnamiger Museum sich auch in unmittelbarer Nähe der Haltestelle befindet.
Rasengleise scheinen in Lyon recht Standard zu sein, so konnte Wagen 9 auf dem Rasengleis kurz vor dem Erreichen der Haltestelle ebenfalls in Fahrtrichtung Debourg aufgenommen werden.

Zurück in Debourg, wurde an der dortigen Haltestelle noch der Wagen 24 aufgenommen – mit einer recht interessanten, grün gefärbter Wohnung im Hintergrund:

Eine letzte Aufnahme mit den beiden Wagen 24 und 9 fertigte ich dort noch im Gegenlicht an, ehe ich mich beeilend noch in einem Supermarkt eine Flasche Wasser und drei Mandarinen für meinen Frühstück kaufte und in die Metro in Richtung Hotel zurückfuhr.

Das Hotel erreichte ich schließlich um 10:27 Uhr – und passend zur Symmetrieminute 59 1/2 verließen wir das Hotel dann um 10:32 Uhr mit meinem Freund und allem Gepäck nun auch wieder – endgültig in Richtung Lyoner Hauptbahnhof, zur nächsten Stadt.
Abgemacht war, das Hotel um 10:30 Uhr zu verlassen – eine zweiminütige Verspätung konnten wir uns da aber bei groß eingeplantem Puffer verkraften 😉
Obwohl ich mich der Straßenbahn nur eineinhalb Stunden begeben habe, gebe ich hier doch mal eine kleine persönliche Bewertung ab:
Dem Außendesign der Straßenbahn gebe ich 10 von 10 Punkten; dem Innendesign 5 von 10 und der Betriebsqualität eine gute 8 von 10.
Ein 5- oder 6-Minuten-Takt hätte dem Betrieb nämlich sicherlich auch nicht geschadet, so gut sie auch bei einem 7,5-Takt genutzt wurde.