Am Montag, den 09.10. begann für mich die erste Vorlesung – wie typisch Deutsch fielen aber am zweiten Tag auch schon wieder reihenweise Vorlesungen aus, dass ich letztendlich nur eine von 8:30 bis 10:30 Uhr hatte.
Um 12 Uhr dachte ich mir dann so: Was soll ich eigentlich noch ganze zehn Stunden (bis ich schlafen gehe) zuhause machen?
Da dachte ich mir so: Komm, fahr doch mal irgendwo hin. Wie aus dem Instinkt kam ich dann irgendwie auf die Idee Bonn, welche Stadt von Krefeld etwas schwieriger, nun von Aachen aber sogar echt gut erreichbar ist und ich zwar bereits 2019 (https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,9138608 – die deutlich bessere Fotoserie) und 2020 (https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,9474955) insgesamt zweimal war, das Wetter beide Male jedoch so schlecht waren, dass ich bisher noch nicht wirklich gute, sonnige Bilder aus Bonn hatte.
Nach rund zwei Stunden Fahrt kam ich also am Bonner Hauptbahnhof an und begann meine Fototour mit TW 9455 vor dem schönen Bahnhofsgebäude der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn.
Man denke nur, dass die Wiedervereinigung gerade einmal vier Jahre vor der Auslieferung dieses Fahrzeugs war. Da merkt man, wie alt eigentlich diese Niederflurfahrzeuge auch schon sind
(bzw. dass die Wiedervereinigung gar nicht einmal sooo lange her ist, wie ich mir das immer vorstelle. Erstmals von der Wiedervereinigung erfahren habe ich 2014, als ich in einem MOTEL ONE Hotel in Leipzig, meine ich, die Aufschrift „2014 – 25 Jahre Mauerfall“ sah. 25 Jahre waren für einen Zehnjährigen natürlich eine Urgeschichte – erst viele, viele Jahre später habe ich erst realisiert, dass meine Mutter selbst damals – zum Zeitpunkt des Mauerfalls – schon überhaupt gelebt – und sogar schon 24 Jahre alt war. In der Schule wird sie Deutschland als zweigeteilt erlernt haben – ich als 2003er aber nicht. Das muss man sich erst einmal vorstellen…)

Weiter geht es in Richtung Stadthalle.
Hier begegneten sich die Wagen 9463 und 9469.

Ziemlich genau hier müsste ich auch am 26. Juni 2011 gestanden haben, als ich das erste Foto einer Bonner Straßenbahn gemacht habe.
Heute wurde aber 9458 aufgenommen.

Nur wenige Augenblicke später kam der nächste in Originallack, mit Tw 9459.

und zu meiner Freude und Überraschung auch noch ein B-Wagen in grün. Die 75/77er sind aber leider nicht mehr in dieser Farbgebung im Einsatz.

An der modernen Haltestelle Stadthalle begegnet die Traktion einer B100-Traktion in die Gegenrichtung.

Nächste Fotostelle war die Kennedybrücke hinter dem Haltepunkt Bertha-v.-Suttner Platz.
Eine modernisierte B-Wagen-Traktion mit 7653 wurde hier erfolgreich auf den Chip gebannt:

Eigentlich ist es garnicht so einfach, hier zu fotografieren, wegen den ganzen Autos. Doch manchmal hat es super geklappt – so wie hier:

Rund zehn Minuten später kam der nächste Niederflur-TW kurz hinter einem modernen MAN Lion’s City.

Hier war’s schon ziemlich knapp 😉 Die Farbgebung dieses Fahrzeugs ist aber auf jeden Fall – gerade ohne Reklame – nun sehr interessant anzusehen.
Schon sehr random, weil es nicht symmetrisch ist – aber garnicht einmal so schlecht!

Sieht ziemlich gleich aus, nun war es aber ein komplett weißer Wagen – mit TW 9451, bei dem mir auch auffiel, dass die Schrift der Wagennummer vorne ein wenig anders ist – älter ?

Auf der anderen Seite der Brücke wurde der anfangs gesichtete 9455 erneut aufgenommen.

An sich war es eine sehr typische Fotoserie, und bin so ziemlich exakt die selben Stellen abgelaufen wie 2019 und 2020.
Doch zumindest eine, außergewöhnliche Aufnahme abseits der Innenstadt wollte ich dann doch noch machen. Die Entscheidung fiel auf den Ast der 66 in Richtung Siegburg, wobei diese aktuell wegen Bauarbeiten verkürzt ist. In Vilich-Müldorf fand ich jedoch dennoch dann letztendlich zwei Fotostellen, an denen noch zwei B-Wagen-Traktionen aufgenommen werden konnte.
Der erste, 9362, glücklicherweise auch in grün und mit originalen Lampen (nicht so wie die von 9360 auf Bild 5, welche ja auch die in Dortmund verkehrenden B80er besitzen…), wurde bei der Einfahrt in die Haltestelle Vilich-Müldorf in Richtung Bad Honnef aufgenommen:

und zum Abschluss eine sehr erschwingliche Aufnahme vom B100 8451 auf dem Abschnitt zwischen Vilich-Müldorf und Sankt Augustin, Hangelar West. So ziemlich genau hier müsste in etwa die Stadtgrenze zwischen Bonn und Sankt Augustin gewesen sein.

Anschließend traf ich mich mit einem Freund, den ich spontan ebenfalls gefragt hatte, ob er nach Bonn kommen mag, und fuhren nach Königswinter und wanderten kurz vor Sonnenuntergang noch den Drachenfels.
Oben wurden wir von einer tollen Aussicht, einem schönen Sonnenuntergang und sogar einem DJ, der bis 19:30 Uhr noch Musik gemacht hat, belohnt:

Gegen 23 Uhr bin ich dann zuhause angekommen, und gleich geht es zur nächsten Vorlesung – heute hatte ich glücklicherweise auch noch bis 14:30 Uhr frei, sodass ich in Ruhe ausschlafen und diesen Beitrag verfasse.
Man merkt: Scheinbar hat man während Uni doch noch ein wenig mehr Zeit, als ich es mir befürchtet hat. Aber ich glaube, das wird sich auch noch schnell genug ändern. Die Klausurtermine für Februar und März stehen schon bereits fest, da muss man vorher auf jeden Fall jede Chance ausnutzen…
Liebe Grüße
Ryokan