Rückblick 2023 – Japan, London, EU-Tour – und natürlich Deutschland (51B)

Frohe Weihnachten!

Da Ende des Jahres sowieso nur noch wenige, schöne Aufnahmen gemacht werden, poste ich heute schon mein persönliches Jahresrückblick für 2023. 

2023 war ein ganz besonderes Jahr – geprägt von viel Reisen, die Welt zu entdecken und neuen Menschen kennenzulernen. 
Es war wohl – neben der zweiten Hälfte von 2022 – das Jahr, wo ich fast das ganze Jahr über an fast Nichts wirklich angebunden war und ich meine komplette Freiheit genießen konnte und ich gleichzeitig aber auch so viel fürs Leben gelernt habe. Zugleich war 2023 – neben 2022 – auch ein Jahr der großen Umstellung. 

Das Jahr 2023, begann in Japan. Mit meiner Großfamilie in Japan feierten wir in den Neujahr hinein, und verbrachte noch elf weitere Tage im neuen Jahr in Japan, nachdem ich mit meiner Mutter bereits am 15. Dezember 2022 dorthin zurückflog – das erste Mal seit knapp drei Jahren; zuletzt waren wir zu Neujahr 2020 dort. Eine so lange Pause war nur wegen Corona geschuldet, üblicherweise fliegen wir mindestens einmal alle zwei Jahre zurück nach Japan. 

Januar:

Am 4. Januar 2023 entstand dann auch das erste Nahverkehrsbild des Jahres 2023. An diesem Tag und darauf unternahmen meine Mutter und ich einen kurzen Abstecher in Richtung Kamakura / Enoshima.
Zwischen Ofuna und Enoshima verkehrt die japanische Schwebebahn Shonan-Monorail, die ich mir an diesem Tag genauer anschaute und auch Fotos aufnahm. 

Bild 1 – Kamakura (JP): Schwebebahn 5611+5211+5612 nahe der Kreuzung Fukusawa Shisho Nishi am 04.01.2023.

Weitere Bilder der Shonan-Monorail am 04.01.2023: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10317874
Video der Shonan-Monorail am 04.01.2023: https://youtu.be/ACdPwch7M_I&t=13s

Am späten Nachmittag fotografierte ich dann noch genau ein Foto von der Enoden, der Straßenbahn bzw. eher Stadtbahn, die zwischen Fujisawa und Kamakura verkehrt und dabei teilweise entlang der Küste verkehrt. 
So lassen sich hier wunderschöne Motive aufnehmen. Eine solch erwünschte Aufnahme entstand auch an diesem Nachmittag. 

Bild 2 – Kamakura (JP): Triebwagen 305 zwischen den Haltestellen Kamakura-koko-mae und Shichirigahama am 04.01.2023.

Februar:

Am 12. Januar nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete ich drei Wochen, ehe ich am 5. Februar bereits wieder im Flugzeug saß – nun in Richtung London. 
Drei wundervolle Wochen verbrachte ich London, in dem ich an einem Englisch-Sprachkurs teilnahm. Dies war mir persönlich sehr wichtig, da ich Englisch als eine essenzielle Sprache der Zukunft sehe – ich jedoch in der Schule nicht wirklich gut in Englisch war. Und so ein Sprachkurs, da lernt man ja auch immer ganz nette Leute kennen. 

Letztendlich habe ich mich vermutlich durch nur drei Wochen Sprachkurs nicht sonderbar im Englischen verbessern können, habe aber immerhin trotzdem das C1-Level erhalten – in Erinnerung geblieben ist mir aber besonders der Austausch mit den Menschen, die fast alle etwa gleich alt waren wie ich – aber aus der ganzen Welt kamen. Ich habe Leute aus den „abgefahrensten“ Ländern wie Uruguay, Peru, Panama kennengelernt – aber auch viele aus Japan und Europa. Fast jeden Tag unternahm ich etwas, und gerade für mich, der bisher eher Probleme hatte, neue Leute kennenzulernen, waren diese sozialen Erfahrungen in den drei Wochen so eine tolle Erfahrung, was mich richtig wachsen ließ und was mein Selbstbewusstsein auch enorm gesteigert hat. 

Während der drei Wochen nahm ich aber am Sonntag, den 19. Februar einen einzigen Tag ganz für mich allein – was mir wirklich gut tat. Schon nach zwei Wochen sozialer Aktivität war ich – dadurch dass ich dem nicht wirklich gewohnt war – ziemlich ausgepowert, und war tatsächlich wirklich froh, da trotzdem – neben meinen Hobbys wie Klavierspielen, was ich dort in London bei der Gastfamilie nicht ausüben konnte – das Hobby Straßenbahnfotografieren zu haben, mit dem ich mich einen Tag mal komplett abschalten konnte und mir selber widmen konnte. Die darauffolgende, dritte Woche startete ich dann mit vollem Power und letztendlich war die dritte auch die beste Woche. 

In London verkehren nur ganz im Süden, hauptsächlich durch den Stadtteil Croydon, Straßenbahnen – im Zentralbereich wird alles mit U-Bahnen und Bussen geregelt. Bis man in Croydon war, hat es schon mehr als eine halbe Stunde gedauert – und als einen schönen Stadtteil kann man Croydon nun nicht wirklich bezeichnen – in London war dieser Stadtteil auch eher als gefährlich und dreckig bekannt. 
An einem Sonntagmittag wagte ich mich trotzdem dorthin – und es hat mich etwas an Duisburg erinnert, aber so viel schlimmer als Duisburg war es nun auch nicht. 

Bild 3 – London (GB): Durch die Innenstadt Croydons schlängeln sich die Straßenbahnen eingleisig doch ziemlich knapp durch die Kurven – so wie Triebwagen 2542, der recht verwandt mit den Kölner K4000ern sein müsste.

Etwas abseits, östlich des Bahnhofs Croydon East wurde es aber auch schon direkt schöner, und naturreicher.
Neben den K4000-Schwestern verkehrten auch Variobahnen, eines dieser wurde auf dem Abschnitt zwischen den Haltestellen Croydon East und Lebanon Road aufgenommen.
Der rote London-Bus im Hintergrund macht das Bild unverkenntlich zu einem Bild aus London! Diese Doppelstockbusse waren schon echt wirklich schön.

Bild 4 – London (GB): Variobahn 2564 auf dem Weg in Richtung Elmers End kurz vor der Haltestelle Lebanon Road am 19.02.2023. 

Weitere Bilder von der Straßenbahn in London-Croydon am 19.2.2023: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10364519
Videos der Straßenbahn in London-Croydon am 19.2.2023: https://youtu.be/1Dg1VLpXX-E

Am 26. Februar ging es dann zurück nach Krefeld, für exakt zwei Wochen, ehe eine dritte Reise ab dem 13. März anstand. 
In diesen zwei Wochen arbeitete ich erneut bei REWE – und zufälligerweise standen die Fahrgastzählungen bei der SWK genau in diesen zwei Wochen an, sodass ich auch dort noch arbeitete. Schließlich musste ich ja irgendwo auch das ganze Geld für die ganzen Reisen verdienen – Japan kostete mich mindestens 1500 Euro, London sogar 2500. 
Mit recht viel Glück traf ich hier aber zwei straßenbahntechnisch sehr interessante Wochen, sodass ich neben Arbeiten in diesen zwei Wochen auch viel in Krefeld fotografierte.

Gleich am ersten Tag, dem 27. Februar ging es also zum Fotografieren – und glücklicherweise sichtete ich an der Rheinstraße den M8C 850 auf der Linie 041. 
Er war das tägliche Objekt der Begierde dieser zwei Wochen – denn schließlich war er der letzte M8C, der noch im alten StadtLinie-Lack im Einsatz war.
Die Tage waren jedoch gezählt, seine HU-Frist lautete: März 2023. 

Bild 5 – Krefeld (D): M8C 850 der SWK Mobil im Einsatz auf der Linie 041 an der Haltestelle Rheinstraße am 27.02.2023.

März:

Nicht nur die Tage des M8C 850 – sondern auch die Tage der GT8SU auf der U70/U76 waren gezählt.
Bis zum 10. März durften sie noch auf der U70/U76 verkehren; zum 11. März wurde der Streckenabschnitt Dießem – Lörick dann von LZB auf PZB umgestellt. Da die GT8SU aber nicht mehr auf den PZB-Betrieb umgerüstet werden, hieß es somit: ab nun an durften nur noch die auf den PZB-Betrieb umgestellten B80-Triebwagen die Strecke der U70/76 nach Krefeld fahren.

Am 7. März konnte bei recht regnerischem Wetter eine GT8SU-Doppeltraktion mit 3220 führend am Hauptbahnhof aufgenommen werden. Diese Aufnahme ist mittlerweile nicht nur in Bezug auf die Triebwagen historisch, sondern auch der Bahnsteig. 
Seit Oktober wird hier der alte Bahnsteig abgerissen und bis nächsten Jahr August soll hier ein neuer Hochbahnsteig in Mittellage für die U70/U76 entstehen. Dazu aber später mehr.

Bild 6 – Krefeld (D): GT8SU 3220 und B80 4103 am Hauptbahnhof / Cinemaxx am 07.03.2023.

Am 8. März wurde Krefeld kurzzeitig zu einer weißen Schneepracht verwandelt. Diese Chance ließ ich mir nicht entgehen, um einige schöne Schneebilder zu machen – u. a. konnte FOC 610 auf der Uerdinger Straße an der Haltestelle Sollbrüggenstraße in dieser schönen Wunderlandschaft aufgenommen werden. Schnee ist ja mittlerweile in Krefeld doch sehr selten geworden.
Kürzlich übrigens gelesen: Weiße Weihnachten sind in ganz Deutschland in Krefeld laut der Statistik am seltensten gewesen: in Krefeld hat es in den vergangenen 72 Jahren seit dem Jahr 1950 nur einmal weiße Weihnachten gegeben, nämlich im Jahre 2010. Und ziemlich sicher können wir die Statistik morgen auf einmal in 73 Jahren erweitern. 

Bild 7 – Krefeld (D): FOC 610 an der Haltestelle Sollbrüggenstraße am 8.3.2023.

Und da es so schön ist, noch ein weiteres Foto:

Bild 8 – Krefeld (D): FOC 606 auf dem Weg nach Uerdingen auf der Uerdinger Str. zwischen den Haltestellen Sonnenhof und Sollbrüggenstraße, 08.03.2023.

Weitere schöne Schneeimpressionen vom 8. März 2023 aus Krefeld: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10373533
Weitere Schneeimpressionen vom 8. März 2023: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,1037353
Am 10. März hieß es dann doppelt Abschied nehmen. 
Um 11:30 Uhr entstand am Hauptbahnhof meinerseits das letzte Foto eines Krefelder M8C in rot-weißem Lack, an diesem Tag verkehrte der Wagen auf der Linie 041.
Tatsächlich verkehrte er dann noch bis zum 24. März, doch da ich mich ab dem 13. März im Urlaub befand, war dieser Freitag eben für mich die letzte Chance.

Bild 9 – Krefeld (D): M8C 850 am Hauptbahnhof, 10.03.2023.

Wenige Stunden später entstand dann bei Dießem auch meine letzte Aufnahme eines GT8SU auf der Linie U76 – Die Traktion bestehend aus 3202 und 3218 verkehrte an diesem Tag als einzige Doppeltraktion auf der U70/U76 und hat gegen 22/23 Uhr das Kapitel GT8SU auf der U76 im Linienbetrieb beendet. Anschließend folgte nur noch der mittlerweile zum Museumswagen gewordenen GT8SU 3206, der eine letzte Sonderfahrt nach Krefeld machte. Auch er darf nun vorerst nicht mehr nach Krefeld; ich hoffe aber, dass er irgendwann mal auch für den PZB-Betrieb umgebaut wird…

Bild 10 – Krefeld (D): GT8SU 3218+3202 kurz nach Verlassen der Haltestelle Dießem, 10.03.2023.

Und dann hieß es: Raus aus dem regnerischen und kalten Deutschland, in das sonnige und warme Frankreich!

Am nächsten Montag, dem 13. März, befand ich mich bereits in einer ganz anderen Welt. 
Gegen 5:30 Uhr startete ich mit einem meiner zwei besten Freunde von der Schule (fortan werde ich ihn der Einfachherheit halber als „mein Freund“ bezeichnen, ist aber kein fester Freund, sondern eben „nur“ ein sehr guter Freund) in Duisburg unsere lang ersehnte Interrail-Europatour als meine dritte und vorerst letzte Reise des Jahres 2023 mit dem ersten Thalys nach Paris, in Paris wurde jedoch nur umgestiegen, die erste Stadt unserer Interrailtour hieß Lyon (Frankreich). Als wir dort ankamen, strahlte die Sonne, der Himmel war hellblau und die Wetter-App zeigte knapp 20 Grad. Kaum zu glauben, dass ich fünf Tage zuvor noch Schnee in Krefeld erlebt hatte.

Das Besichtigen der Städte und der Sehenswürdigkeiten sowie das Verbringen der gemeinsamen Zeit stand im Fokus, als Straßenbahner konnte ich es mir dennoch nicht verkneifen, ein, zwei Bilder der Straßenbahnen der jeweiligen Städte zu fotografieren. Mal nahm ich mir etwas mehr dafür Zeit, mal nur ein paar Minuten, doch zumindest ein Foto musste sein. Pro Stadt übernachteten wir meist zwei Nächte. 

Im Falle von Lyon stand ich am letzten Tag, dem 15. März, vor der Weiterreise etwas früher auf, und fotografierte unter anderem an der Pont Pasteur ein paar Straßenbahnen. 
Besonders gefiel mir diese Aufnahme des Straßenbahnwagens 59 – eine schicke, moderne Bahn auf einer schicken, modernen Brücke – sowas würde ich mir in Deutschland doch auch gerne erhoffen.

Bild 11 – Lyon (F): Citadis 302 Triebwagen 59 auf der Pont Pasteur am 15.03.2023.

Weitere Bilder aus Lyon: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10396652
Videos aus Lyon (Metro & Tram): https://youtu.be/bAQzRkgPR-0

Die zweite Stadt hieß Marseille, wo wir die nächsten zwei Tage Zeit verbrachten. Den Aufenthalt in Marseille genossen wir sehr. Die Stadt an sich war nicht ganz so brilliant, dafür unternahmen wir am mittleren Tag aber einen kleinen Ausflug zur Calanque de Sugiton (sehr empfehlenswert!) bei bestem Wetter, und am Abend sahen wir den Sonnenuntergang dann von den Hügeln am Notre Dome in Marseille – eine tolle Aussicht. 
Zeit für Straßenbahn blieb wieder mal am Morgen des letzten Tages, dem 17. März – während mein Freund sich den Palais Longchamp und das dort befindliche Musee des Beaux-Arts anschaute, fotografierte ich an der Front dessen die dort verkehrende Straßenbahn. Hier einmal die moderne Straßenbahn von Marseille vor den Kulissen des prächtigen Palais Longchamp.

Bild 12 – Marseille (F): Vor den Füßen des Palais Longchamp, 17.03.2023.

Weitere Bilder aus Marseille: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10397045
Videos aus Marseille: https://youtu.be/gKN5HGuoiDE&t=4s

Die dritte Stadt hieß Nizza (ebenfalls Frankreich), wo wir die nächsten zwei Tage Zeit verbrachten. 

Nizza war auch so eine wirklich tolle Stadt. Besonders mit den ganzen Palmen, gab es mir schon wirklich Urlaubsgefühl, kaum zu glauben, dass es einfach noch Mitte März und von der astronomischen Jahreszeit her noch knapp „Winter“ war – wir hatten gerade einmal den 18. März
Diesmal nahm ich mir die Zeit für die Straßenbahnen am Morgen des ersten Tages, als mein Freund noch gegen 10 Uhr im Tiefschlaf war und ich „eben Brötchen holen gegangen bin“. 
Das Hotel war zum Glück sehr zentrumnah, was wirklich sehr praktisch war.

Mein Lieblingsbild hier ist dieses hier – entstanden zwischen den Haltestellen Place Masséna und Opera. An der Haltestelle Opera haben sich gerade die Wagen 22 und 26 des Typs Citadis 402 begegnet. Im Hintergrund zu erkennen das Tour Saint-François sowie die für Nizza typischen in schönen Pastellfarben gefärbten Hausfassaden, die mir hier auch sehr angetan haben.

Bild 13 – Nizza (F): Citadis 402 Tw 22 und 26 an der Haltestelle Opera. 

Weitere Bilder aus Nizza: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10398092
Videos aus Nizza: https://youtu.be/2dh8BShl-Hw

Nachdem wir von Nizza aus für wenige Stunden noch einen kurzen Abstecher nach Monaco gemacht haben, um uns diese doch ganz andere Welt in Monaco anzuschauen, ging es dann pünktlich zum Frühlingsanfang raus aus Frankreich und weiter nach Italien, nach Mailand. 

Meinem Freund hat Mailand nicht ganz so gefallen, unter anderem, weil wir dort um 100 Euro abgezockt wurden. Ansonsten hat mir persönlich aber Mailand auch sehr gefallen. 
Lag aber vielleicht auch an den alten Straßenbahnen 😉 Mailand ist in dieser Hinsicht doch sehr besonders sehenswert, die ältesten Straßenbahnen sind im Alter von 93 bis 96 Jahren immer noch im Liniendienst. 
Solch ein Exemplar musste auf jeden Fall fotografiert werden – eines davon war Triebwagen 1883, der sich am Abend des 20. März auf der Linie 1 im Einsatz befand. Im Hintergrund noch ein weiterer dieses Typs zu sehen. 

Bild 14 – Mailand (IT): Zwei alte Triebwagen und eine moderne Niederflurbahn nahe Piazza della Repubblica, 20.03.2023.

Ein fotografisch sehr interessantes Bild ergab sich an der Haltestelle Cordusio mit dem Triebwagen 1566 und der Statua Giuseppe Parini.

Bild 15 – Mailand (IT): „Ventotto“ 1566 an der Haltestelle Cordusio, 20.03.2023.

Weitere Bilder aus Mailand: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10401356

Die fünfte Übernachtung erfolgte in einer weiteren italienischen Stadt – und ihr könnt es wohl fast schon erraten – Venedig. 
Zwischen Mailand und Venedig schauten wir uns am 21. März noch Verona an, was uns beiden auch wirklich sehr gefallen hatte. 
Da die Stadt jedoch – genauso wie Monaco – recht klein war, reichten uns wenige Stunden aus, um das gröbste mitzunehmen. 

Venedig besichtigten wir hauptsächlich am 22. März. Für Straßenbahnen blieb nicht viel Zeit, zugegebenermaßen war das Straßenbahnnetz in Venedig aber auch wirklich interessant, da war die touristengeprägte Insel doch viel interessanter.
Das Straßenbahnnetz in Venedig besteht aus nur zwei Linien, wurde erst 2010 wieder neu in Betrieb genommen, sodass auch nur moderne Niederflurfahrzeuge verkehren. 
Somit entstand hier nur ein Foto, nämlich das von Triebwagen 14, welcher mir auf dem Weg vom Hotel in Richtung Mestre zwischen den Haltestellen Giovanacci und Lavelli im Einsatz auf der Linie T2 entgegenkam.

Bild 16 – Venedig (IT): Triebwagen 14 zwischen den Haltestellen Giovanacci und Lavelli, 22.03.2023.

Sechste Übernachtung, achte Stadt: Budapest, Ungarn.
Auch hier verkehrten einige, schöne traditionellen Fahrzeuge. 
Am 26. März entstanden zwei Aufnahmen, die mir beide sehr gefallen – eines ist das vom Triebwagen 1347, der im Einsatz auf der Linie 2B vor den Kulissen einer wunderschönen Aussicht quasi direkt am Parliament aufgenommen wurde –

Bild 17 – Budapest (HU): Triebwagen Ganz 1347 vor dem Parliament, 26.03.2023.

… und eines das mit dieser weiten Aussicht von Triebwagen 1329 mit den Bergen im Hintergrund.

Bild 18 – Budapest (HU): Triebwagen 1329 vor dem Erreichen der Haltestelle Széchenyi István tér, 26.03.2023.

Weitere Bilder aus Budapest: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10405039

Neunte Stadt: Wien. Leider war Wien im Kontext unserer Europatour, die bisweilen perfekt war, etwas anders – nach dem schönen Wetter in Frankreich und Italien mussten wir auf einmal wieder Schneeregen sehen, es war extrem Windig, und wirklich viel anschauen konnten wir uns nicht. Motiviert für Straßenbahnaufnahmen war ich auch nicht, so wurde aus dem ganzen Besuch in Wien nur ein Schnappschuss zweier E2-Triebwagen auf der Währinger Straße vom 27. März mitgenommen. Aber glücklicherweise ist ja Wien nicht ganz so weit weg wie die anderen bisher besuchten Städte, sodass man hier auf jeden Fall bald nochmal einen Besuch abstatten kann.

Bild 19 – Wien (AT): E2 4004 und weitere E2-Wagen auf der Währinger Straße, 27.03.2023.

Den schönen Abschluss unserer Interrail-Europatour bildete Prag. Von dem Straßenbahnsystem in Prag war ich doch wirklich sehr positiv überrascht – wie dicht die Taktungen sind und wie zahlreiche Linien durch die Stadt verkehren. Und die ganzen süßen Tatra-Bahnen hatten echt gut zur Stadt gepasst. Gerade das letzte hier entstandene Straßenbahn gefällt mir hier am besten – Tatra 8161 an der Haltestelle Václavské náměstí, eines der zentral gelegensten Haltestellen in Prag, am 29. März. 

Bild 20 – Prag (CZ): Tatra 8161 an der Haltestelle Václavské náměstí am 29.3.2023.

Weitere Bilder aus Prag: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10410618

Am 31. März fuhren wir über Berlin dann zurück nach Krefeld, und erreichten meine Wohnung zuhause kurz bevor das Kalender auf den 1. April umsprang.

Diese ersten drei Monate des Jahres 2023 waren wirklich ein unvergesslicher Wahnsinn, wieviel ich doch in dieser kurzer Zeit erlebt und gesehen habe.

April / Mai:

Ab Anfang April ließ ich es mir ruhiger angehen, unter anderem stand nun aber meine Studienwahl im Fokus, was am Anfang auch überhaupt der Grund war, den Gap Year einzulegen (einfach weil ich nicht wusste was ich studieren soll) und was ich die ganze Zeit nach hinten verschob. Doch die Ausschlussfrist der Bewerbung zum 15. Juli rückte immer näher, sodass ich mich ab April – neben Arbeiten bei REWE und SWK – intensivst auf die Studienwahl konzentrierte. 

Teilweise hatte ich eine Liste von bis zu 413 Studiengängen aufgestellt. Im Laufe des Monats Aprils konnte ich mich dann aber doch auf einige beschränken – meine Interesse ging in Richtung Bauingenieurwesen, Verkehrsingenieurwesen und Architektur und Stadtplanung. 
RWTH Aachen, TU Braunschweig und Uni Stuttgart boten dabei die meisten Studiengänge meiner Interessen an. Geradezu passend fand da am Samstag, den 13. Mai der Tag der offenen Tür der Uni Stuttgart statt, sodass ich dorthin fuhr, um mir die Uni anzuschauen, um mal in einem Hörlesungssaal zu sitzen und um einfach mal ein paar Informationen über die Studiengänge mitzunehmen. 

Ziemlich zufällig erfuhr ich dann, dass gerade an diesem Tag in Stuttgart auch die neue Generation der Zahnradbahn mittels einer Taufe eingeweiht wurde. Wenn man eh schon im Campus Vaihingen war, habe ich dann die restliche Zeit, nachdem ich genug Informationen und Eindrücke von der Uni hatte, noch die restliche Zeit bevor ich zurück zum Hauptbahnhof zum ICE musste, zum Fotografieren der Zahnradbahn genutzt. Einmal muss man das doch eher recht seltene System gesehen haben 😉 Die Taufe selbst habe ich verpasst, aber auch das System allein fand ich doch recht interessant.
Kurz vor der Haltestelle Haigst konnte mit 1102+1112 einer der drei neuen Zahnradbahnen die Steigung erklimmend in Richtung Degerloch fotografiert werden. 
Die Aussicht gefiel mir hier auch sehr. Die alten Wagen waren jedoch leider nicht mehr im Einsatz.

Bild 21 – Stuttgart (D): Zahnradbahn ZT 4.2 1102+1112 auf dem Weg nach Degerloch am 13. Mai 2023.

Weitere Bilder der Stuttgarter Zahnradbahn am 13. Mai: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10437121

Mitte Mai wurde das Wetter in Deutschland dann nun allmählich auch endlich gut. 
Am 17. Mainutzte ich das gute Wetter, um mal ein paar Aufnahmen an der Linie 041 zu machen.
FOC 669 konnte mit seiner recht neuen Werbung für Karriere bei der Stadt Krefeld, welche er Anfang des Jahres aufgetragen bekommen hat, auf dem Abschnitt des Rasengleises zwischen den Haltestellen Gutenbergstraße und Obergplatz aufgenommen werden. Diese Rasengleise wurden im Sommer 2021 eingebaut.

Bild 22 – Krefeld (D): FOC 669 kurz vor der (H) Obergplatz am 17.5.2023.

Auch am 19. Mai war das Wetter herrlich, sodass ich mich ein zweites Mal auf die Linie 041 machte und nun etwas weiter fuhr – und die Chance nutzte, um die Krefelder Straßenbahn auf dem eingleisigen Abschnitt in St. Tönis zu fotografieren – was ich tatsächlich noch nicht so oft erfolgreich gemacht hatte. 
Doch dafür nun an diesem Tag erfolgreicher als ich dachte: Eigentlich war ich noch recht betrübt davon, dass an diesem Tag keine M8C auf der Linie 041 fuhren. Doch dann tauchte plötzlich M8C 838 mit der Anzeige „Kein Einstieg“ als – vermutlich wohl Dienstfahrt oder Fahrschule – dort auf, genau dann, als ich dort stand, wo ich die Fotos machen wollte. Diese Chance ließ ich mir nicht entgehen – und so entstand eine wirklich sehr schöne Aufnahme von M8C 838. Im Hintergrund zu sehen die Haltestelle Nordring, von hier aus wendet die Linie 041 in Form einer Häuserblockumfahrung.

Bild 23 – Krefeld (D): M8C 838 erreicht bald die Endhaltestelle Tönisvorst, Wilhelmplatz. 19. Mai 2023.

Am 25. Mai ging es nach Essen, um die neuen NF4 zu begrüßen – und hauptsächlich aber, um mich von den M8C auf den Linien 107 und 108 zu verabschieden. 
Die Tage waren gezählt, da zum 31. Mai die Südstrecke nach Bredeney für alle Niederflurbahnen freigegeben werden sollte. Bislang konnten nur die Klapptrittstufen-M8C dorthin fahren, doch das gehörte nun in wenigen Tagen der Geschichte an, da in den U-Bahnhöfen Martinstraße, Florastraße und Rüttenscheider Stern nun neben den Hochflurbahnsteigen für die U-Bahnen auch endlich Niederflurbahnsteige errichtet worden sind, an denen die Niederflurstraßenbahnen halten können. Bislang hielten die Straßenbahnwagen der 107 und 108 am selben Bahnsteig wie die hochflurigen U-Bahnen der Linie U11, sodass zwingend die Klappis auf den Linien 107 und 108 eingesetzt werden mussten.

Ein Abschied auf dem Ast nach Altenessen der Linie 108 – z. B. mit den beiden M8C’s 1175 und 1166, die sich an der Haltestelle Höltestraße begegneten.
Eine Begegnung von M8C’s war auf diesem Ast damals noch nichts Besonderes – denn schließlich wurde jeder Kurs mit einem M8C befahren, und die Linie fuhr im 10′ Takt. 
Nach dem Abschied auf dem Ast der Linie 108 erfolgte noch ein Abschied der auf der Linie 107 eingesetzten M8C in Stoppenberg.

Bild 24 – Essen (D): M8C 1175 und 1166 an der Haltestelle Höltestraße, 25.5.2023.

Anschließend begab ich mich auf den Abschnitt der Linie 101/106 zwischen Helenenstraße und Bergeborbeck, da umleitungsbedingt zusätzlich noch die Linien 103 und 105 hier verkehrten. 
So traf man fast alle zwei bis drei Minuten immer auf eine Straßenbahn – und so auch den damals noch neuesten NF4 1060, den ich nahe der Haltestelle Helenenstraße begrüßt habe.

Bild 25 – Essen (D): NF4 1060, Baujahr 2023, wenige Meter vor der Haltestelle Helenenstraße am 25.5.2023.

Das fotografische Highlight dieses Tages war die Aufnahme von NF1 1517, mit der Brücke kurz hinter der Haltestelle Hamborner Straße. Ruhrpott pur.

Bild 26 – Essen (D): NF1 1517 nach der Abfahrt der Haltestelle Hamborner Straße im Einsatz auf der Li. 106 nach Germaniaplatz, 25.5.2023. 

Weitere Bilder aus Essen vom 25. Mai: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10447496

Da mir bewusst war, dass die Zeit meines Lebens in Krefeld nun auf jeden Fall – zumindest vorerst – langsam auch dem Ende nähert, unternahm ich am 31. Mai eine weitere Fahrradtour, erneut zur Linie 041, als das Wetter wieder gut war. Nun ging es aber in Richtung Fischeln, und auf dem letzten Teilabschnitt zwischen Fischeln Friedhof und Grundend konnte hier der FOC 661 schön aufgenommen werden.

Bild 27 – Krefeld (D): FOC 661 ist gerade auf dem Zielgeraden die Endhaltestelle Fischeln, Grundend zu erreichen. 31. Mai 2023.

Juni: 

1373 – 2023: Krefeld wird 650 Jahre alt. Aus diesem Anlass veranstaltete die Linie 1 am 3. Juni diesen Jahres Sonderfahrten mit dem Blauen Enzian, mit dem man für 4 Euro (bzw. Kinder: 2 Euro) eine Runde fahren konnte. Ich selber habe es leider nicht geschafft, mitzufahren, habe sie jedoch auf der letzten Runde am Hauptbahnhof fotografieren können. 

Bild 28 – Krefeld (D): Der „Blaue Enzian“, Bj. 1900, bestehend aus dem Triebwagen 93 und dem Sommerbeiwagen 49, im Einsatz zur Jubiläumsfahrt am 3. Juni 2023.

Juli:

14. Juli, mittlerweile stand fest, dass ich ab Herbst nach Aachen ziehen werde und Verkehrsingenieurwesen studieren werde. 
Eine letzte Fahrrad-Fototour ging an diesem Abend nach Hüls zur Linie 044 und erneut nach St. Tönis zur Linie 041 – in Hüls konnte der FOC 663, der auch für das 650-jährige Jubiläum der Stadt Krefeld wirbt, beim Einfahren in das eingleisige Abschnitt kurz hinter der Haltestelle Am Schützenhof aufgenommen werden.

Bild 29 – Krefeld (D): FOC 663 hat soeben die Haltestelle Am Schützenhof in Richtung Hüls verlassen. 14. Juli 2023.

Auf dem Ast Richtung St. Tönis wurde dann diesmal nahe der Haltestelle Kempener Platte FOC 605 in abendlicher Stimmung aufgenommen.

Bild 30 – Krefeld (D): FOC 605 am 14.7.2023 auf dem Weg nach St. Tönis als Linie 041. 

Weitere Bilder aus Krefeld vom 14. Juli: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10492554

Für Mitte Juli entschied ich mich für eine letzte große mehrtägige Straßenbahntour, wie ich es im Sommer 2021 bereits auch mit den Städten Halberstadt – Magdeburg – Leipzig – Erfurt – Nürnberg – Würzburg tat. 
Damals war es jedoch so vollgepackt, dass ich in einigen Städten fast nur noch erschöpft war und nicht wirklich genießen konnte. 
Diesmal machte ich statt sechs also nur drei Städte, dafür fuhr ich aber auch nur zwei statt drei Tage weg. Am 19. Juli startete ich meine Deutschlandtour nach Rostock, welcher zu einen der letzten, wenn nicht der letzte für mich interessanten Straßenbahnbetriebe Deutschlands gehörte, wo ich noch nie zuvor war. 

Bild 31 – Rostock (D): Niederflurtriebwagen 607 am Rathaus – mit dem historischen Stadttor im Hintergrund. 

Zu einem Großteil verkehrten die MGT6D, die ich sehr mochte. Auch in Rostock war der Takt sehr dicht, sodass auf dem „Ring“ oftmals mehrere Straßenbahnen hintereinander stauten. 
Zwei stauten sich hier an der Haltestelle Lange Straße – am Nachmittag kam auch ab und zu glücklicherweise mal die Sonne heraus.

Bild 32 – Rostock (D): MGT6D 681 und ein weiterer MGT6D an der Haltestelle Lange Straße, 19.7.2023.

Weitere Bilder aus Rostock, 19. Juli: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10499599
Video aus Rostock, 19. Juli: https://youtu.be/D5iBvQEToU0

Über Nacht fuhr ich dann mittels zweier Nacht-IC’s von Rostock bis nach Würzburg – ja, es war sportlich. Gegen 19 Uhr in Rostock abgefahren, stieg ich kurz vor 0 Uhr in Würzburg um und kam am 20. Juli dann bereits um 4:20 Uhr morgens in Bamberg an, dessen Ausstieg ich fast verschlafen hätte, weil ich bis 2 Uhr irgendwie nicht wirklich schlafen konnte – und dann plötzlich doch. 
Von Bamberg ging es dann mit der ersten Regionalbahn des Tages nach Würzburg, wo ich dann um 6 Uhr morgens ankam. 
Wofür das Ganze? Das Objekt der Begierde war unter anderem der seit etwa zwei Jahren in gelb-rot vekehrende GTW-D8 244, den ich letztes Mal, als ich „nur“ mittags war, nicht vor die Linse bekam. 
Doch nun gelang es mir tatsächlich – und das sogar ziemlich schön – um kurz vor 7 Uhr kurz nach dem Verlassen der Endhaltestelle Bürgerbräu, im Einsatz auf den täglichen Hochflurkursen der Linie 4. 
Dass vier Monate später solch eine GT-N Krise folgt, dass nur noch die Linien 4 und 5 fahren und die GTW-D8 ganztägig auf der 4 fahren, hat man damals noch nicht ahnen können.

Bild 33 – Würzburg (D): GTW-D8 244, Bj. 1975, kurz nach dem Verlassen der Haltestelle Bürgerbräu im Einsatz auf der SL 4 am 20.7.2023.

Außerdem gefiel mir auch der GTW-D8 238 sehr, der mit einer neuen Werbung für Bürgerbräu verkehrte. An diesem Tag fuhr er auf dem einzigen Hochflurkurs der 1 und wurde an der Senefelderstraße höchst erfreulich erwartet.

Bild 34 – Würzburg (D): GTW-D8 238 an der Senefelderstraße, 20.7.2023.

Weitere Bilder aus Würzburg, 20. Juli: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10500618
Videos aus Würzburg, 20. Juli: https://youtu.be/pGRnXd7Z8qA

Von dort aus sollte es nach Heidelberg – eigentlich ohne Zwischenstopp – geben. 
Doch der RE8 tuckelte einem Güterzug hinterher, sodass er auf der Strecke bis zu einer Haltestelle, wo ich umsteigen sollte, +30 aufbaute und ich den Anschluss verpasste. Was eigentlich unglücklich klingt, brachte mich aber ganz spontan auf eine Idee, auf die ich sonst nicht gekommen wäre: Da ich nicht knapp eine Stunde an einem Bahnhof unnötig warten wollte, suchte ich nach alternativen Routen und fuhr über Sinsheim, und legte hierbei einen kleinen Zwischenstopp am Technikmuseum Sinsheim um die dort hängende Schwebebahn GTW 5 ex Wuppertal zu fotografieren. 
Tatsächlich begegnete ich ihn dann dort – und war sehr erfreut, denn schließlich kannte ich ihn auch noch im Lineindienst. Am 16.8.2016, hatte ich ihn in Wuppertal noch fahrend fotografiert.

Bild 35 – Sinsheim (D): Schwebebahn GTW 72-5 am Technikmuseum Sinsheim hängend, 20.7.2023.

Weitere Bilder der Schwebebahn in Sinsheim am 20. Juli: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10502519

Kurz nach 13 Uhr erreichte ich dann Heidelberg trotz des Umwegs doch noch auf jeden Fall rechtzeitig, um genügend Fotos zu machen. Anstatt direkt in die Innenstadt zu gehen, verweilte ich jedoch erst noch ein wenig in Kirchheim, und fotografierte einen MGT6D (3267) kurz nach dem Verlassen der Haltestelle Kirchheim Rathaus vor einer schönen Kulisse.

Bild 36 – Heidelberg (D): MGT6D 3267 in Heidelberg-Kirchheim, 20. Juli 2023.

Als M8C-Liebhaber wollte ich aber unbedingt noch eine schöne Aufnahme eines M8C-NF haben, und war froh, als mir solch eines mit M8C-NF 3258 nahe der Haltestelle Volkshochschule vor einer schönen, heidelbergischen Kulisse und schönen Gebäuden links und rechts rum gelang.

Bild 37 – Heidelberg (D): M8C-NF 3258 im Einsatz auf der Linie 26 nach Kirchheim, 20.7.2023.

Weitere Bilder aus Heidelberg, 20. Juli: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10503497
Videos aus Heidelberg, 20. Juli: https://youtu.be/_530y8-BWeM

August:

Der letzte Monat in Krefeld war angeschnitten. Die Schlüsselübergabe meiner neuen Wohnung fand bereits am 1. August statt, noch bis zum 31. August arbeitete ich aber noch bei REWE in Krefeld, sodass ich zwar mit dem Umzug schon ein wenig anfing, grundsätzlich aber noch hier lebte. Kurz vor Ende schiebte ich vom 11. bis zum 18. August noch eine Weisheitszahn-OP, ehe es zu stressig wird mit der Uni. 

Einen Tag vor der OP, am Donnerstag, den 10. August – machte ich mich noch einmal in Krefeld mit dem Fahrrad kurz auf dem Weg. Viel wollte ich nicht, abfangen wollte ich nur den M8C 844, der drei Tage zuvor zum ersten Schultag (7.8.) reaktiviert wurde. 
Er erhielt – wie 845, 842 und 838 – nun als vierter M8C seine intensive HU und war seit HU-Fristablauf im Juni 2021 bis zum 6. August 2023 abgestellt. 
Am 10. August verkehrte dieser Wagen auf der Linie 041 – und das Wetter war auch gut. So entstand an der Haltestelle Westwall/Rathaus ein perfektes Foto von ihm.

Bild 38 – Krefeld (D): M8C 844 im Einsatz auf der Linie 041 an der Haltestelle Westwall/Rathaus, 10.8.2023.

Ein letztes Highlight vor dem endgültigen Umzug: Am 23. August besichtigte ich den M8C 836 in Kempen.
Öffentlich zugänglich ist dieser aufgrund von Vandalismusschäden nicht mehr, eine Besichtigung ist nur noch von Außen möglich.
Ursprünglich sollte dieser Wagen nun hier verschrottet werden, da es jedoch nun Überlegungen gibt, diesen Wagen irgendwie doch noch zu retten, ist er – Stand August – doch noch vor der Verschrottung bewahrt worden. 
Gut sieht er aber definitiv nicht mehr aus – in den sieben Jahren, die er nun hier steht, ist er dem Vandalismus doch sehr zum Tragen gekommen. 
In der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 2016 war der M8C hierhin gebracht wurden, und sollte als Jugendtreff dienen; nachdem der Wagen im Februar 2015 aus dem Betrieb genommen wurde. 
Besprüht wurde er schon – legal und geplant – vor dem Abtransport hierhin, zeitweise diente er danach auch hier als offiziell sprühbares Objekt. An einigen Stellen sah das Graffiti wirklich gut aus, an den meisten jedoch aber leider nicht. 

Bild 39 – Kempen (D): M8C 836 ex SWK mobil auf dem Skaterpark Kempen, 23.8.2023.

September:

Am 3. September erfolgte der Umzug nun erfolgreich, und gleich am 4. begann dann auch schon der Mathe-Vorkurs der Uni, den ich mitnahm. 
Die ersten Tage in der Uni und in der neuen Stadt waren wirklich krass. Schon nach nur fünf(!) Tagen, als ich zum Wochenende 9./10.9. zurück nach Krefeld war, um mein Fahrrad noch abzuholen, fühlte ich mich in Krefeld schon als Tourist, weil das Leben dort so anders war und so intensiv.

Im September fuhr ich aber eigentlich jedes Wochenende zurück nach Krefeld. In Aachen war am Wochenende noch nicht wirklich viel los, und immer musste ich noch ein paar Sachen, die ich vergessen hatte, abholen, oder hatte irgendwelche Verabredungen mit Freunden aus Krefeld. So auch am zweiten Wochenende, 16./17.9.

Am 17. September nahm ich aber dabei meine Kamera mit. Zwar bin ich an diesem Wochenende hauptsächlich zurück, um eine gute Freundin aus der Schulzeit zu treffen, (war übrigens ein sehr schönes Treffen), in Düsseldorf wurde aber außerdem noch die neue historische Linie „714“ eingeweiht, sodass auf dieser Linie zahlreiche historische Bahnen im Viertelstundentakt verkehrten. 
Da meine Mutter am Abend sowieso nach Düsseldorf-Bilk musste, nahm sie mich dann mal mit und ließ mich an der Haltestelle Morsestraße aussteigen. Von der Morsestraße bis zum Betriebshof Steinberg fuhr ich mit dem GT8 2663, der gerade kam, und am Steinberg machte ich dann noch die Fotos der letzten einrückenden historischen Straßenbahnwagen, die an diesem Tag zwischen 10 und 18 Uhr auf de Linie 714 gefahren sind.
Einer davon war auch der K66 2269, den ich noch so nicht wirklich fotografiert hatte. Dies gelang mir nun vor der Einfahrt in den Betriebshof Am Steinberg.

Bild 40 – Düsseldorf (D): Eines der historischen Triebwagen der Rheinbahn Düsseldorf, K66 2269, an der Haltestelle Am Steinberg am 17.9.2023.

Auf dem Weg zum Bilker Bahnhof, von wo ich zurück nach Aachen fuhr, nahm ich noch ein paar NF8U’s mit, die mir entgegenfuhren. 
Eine mir gefallende Aufnahme entstand mit dem NF8U 3333 (schöne Zahl! ;)) kurz vor der Haltestelle Karolingerplatz; die Bahn fuhr im Einsatz auf der Linie U73.

Bild 41 – Düsseldorf (D): NF8U 3333 am Karolingerplatz, 17.9.2023.

Nach anderthalb weiteren Wochen Mathe-Vorkurs brauchte ich mal eine Pause. Genug gelernt, und gegen Ende habe ich mir so gedacht: Der Vorkurs war zwar wichtig, aber das meiste habe ich nun mitgenommen, sodass ich nun vor dem richtigen Uni-Start ab Anfang Oktober dann doch noch einmal eine kleine Verschnaufspause einlegen wollte. So entschied ich mich am Mittwoch der vierten Woche, also an dem 27. September, für einen spontanen Tagestrip nach Darmstadt. Warum ausgerechnet Darmstadt? Einerseits war Darmstadt neben München und Dresden eine der Städte, die ich am längsten (seit 2016) nicht mehr besichtigt hatte und auch bei meinem Besuch in 2016 entstanden nicht viele Fotos. Der zweite und viel entscheidendere Grund war aber – ihr könnt euch da sicherlich noch dran erinnern – der Einsatz des GTW 31 aus dem Jahre 1961 im Liniendienst. 
Das wollte ich dann doch einmal mitnehmen, und so wartete ich gespannt an der Linie 5 auf diesen Wagen, fuhr eine Runde mit, und am Ende machte ich zwischen den Haltestellen Rößdorfer Platz und Herdweg eine schöne Aufnahme dieses Triebwagens.
Lange war er nicht im Linienbetrieb, Ende Oktober wurde er auch schon wieder aus dem Betrieb herausgenommen.

Bild 42 – Darmstadt (D): ST7 31, Baujahr 1961, am 27.9.2023 im Einsatz auf der Linie 5 nach Böllenfalltor.

Auch die ST12 verkehren nicht mehr ganz so lange, deren Ablöse in Form der ST15 ist bereits schon angeliefert worden und mittlerweile zum Teil auch bereits im Liniendienst. 
An diesem 27. September verkehrte noch keiner von denen im Liniendienst, dafür aber noch vier ST12.
Drei auf der 6, einer auf der 5. Der auf der 5er konnte am Haltepunkt Schloss in schönem Licht aufgenommen werden.

Bild 43 – Darmstadt (D): Triebwagen 9120 an der Haltestelle Schloss, 27.9.2023.

Darmstadt an sich empfand ich nicht wirklich als schön, aber Eberstadt, ein etwas abgelegeneres Stadtteil im Süden Darmstadt. 
Nachdem ich den GTW 31 sicher auf meiner SD-Karte hatte und sonst noch ein paar Aufnahmen in der Innenstadt machte, verbrachte ich den späten Nachmittag dann in Eberstadt, und fotografierte dort ein paar Straßenbahnen. 
Ursprünglich nur entdeckt, weil ich die ST12 auf der Linie 6 fotografieren wollte. Letztendlich war ich zu einem etwas blöden Zeitpunkt da, dass ich von den ST12 nicht ganz so schöne Bilder machen konnte. 
Dafür aber z. B. von ST13 9857 – die Gegend nahe der Haltestelle Modaustraße hatte es mir besonders angetan.

Bild 44 – Darmstadt (D): Triebwagen 9857 am 27.9.2023 an der Haltestelle Modaustraße, Darmstadt.

Weitere Bilder aus Darmstadt am 27.9.2023: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10564543
Videos aus Darmstadt am 27.9.2023 (inkl. Fahrt mit GTW 31): https://youtu.be/2oChrf19HAw

Oktober:

Am 7. Oktober fuhr ich wieder mal zum Wochenende nach Hause – diesmal nahm ich aber auch die Kamera mit, da in Krefeld ab dem 29. September die Bauarbeiten am Hauptbahnhof begonnen haben. 
Durch die Vollsperrung am Hauptbahnhof mussten sämtliche Straßenbahn- und Buslinien umgeleitet werden. Bei den Straßenbahnlinien wurden die Linien 041 und 042 zu einer Linie Elfrath – Rheinstr. – St. Tönis verknüpft, die Linie 043 endete am Nordwall statt am Hauptbahnhof und die 044 fuhr eine Umleitung über die Philadelphiastraße.
Mit dem Bild von FOC 671 und 614 konnten gleich die zwei unüblichen Sachen (043 nach Nordwall und 044 Umleitung) auf einem Bild festgehalten werden.

Bild 45 – Krefeld (D): FOC 671 als Linie 043 in Richtung Nordwall, FOC 614 als Linie 044 nach Linn am 07. Oktober 2023.

Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass ich keine Straßenbahntour mehr im Jahre 2023 hinbekomme.
Doch es kam anders: Am Dienstag, den 10. Oktober – an dem zweiten Uni-Tag der ersten Vorlesungswoche nach einer tollen Ersti-Woche, vielen ab 12 Uhr sämtliche Vorlesungen aus, sodass ich plötzlich ganz viel Zeit hatte.
Das Wetter war gut, und irgendwie wollte ich die Zeit nutzen, und kam auf die Idee: Ich könnte doch mal nach Bonn fahren, so weit weg ist das ja nicht.
Was aus diesem Tag dann noch gemacht wurde – spontan geht es kaum: Kaum saß ich im RE9 nach Siegen, erinnerte mich dran, dass der Freund, mit dem ich die EU-Tour gemacht hab, ja in Siegen geboren ist. 
„Lass mal nach Siegen fahren“ – hab ich dann eher aus Scherz mit dem Bild geschrieben, doch er fand die Idee gar nicht so schlecht, hatte auch Zeit. Als ich nachschaute, wie lange wir dann aber wirklich Zeit in Siegen hätten, haben wir dann zu Siegen nein gesagt. Kurz bevor ich am Kölner Hbf ankam, haben wir dann aber doch drauf geeignet, naja, du könntest ja auch nach Bonn kommen, dann bin ich ja da jetzt sowieso – und das hat er dann auch gemacht. Die etwa zwei Stunden Vorsprung, die ich dann gegenüber ihm hatte, weil ich schon in Köln war, während er noch zuhause war, nutzte ich für das Straßenbahnfotografieren.
Als wir uns dann gegen 17 Uhr trafen, entschieden wir uns ganz spontan – nachdem wir eine zufällig auf dem Weg getroffene Frau fragten, während die Linie 66 nach Königswinter schon in die Haltestelle einfuhr, ob sich ein Ausflug zum Drachenfels lohnt und sie die Frage bejahte – schnell noch in die Türen der Linie 66 hineinliefen und ab 18 Uhr dann noch den Drachenfels bis ganz nach oben bestiegen und den Sonnenuntergang gerade noch pünktlich in bester Aussicht genießen konnten. Gegen 23 Uhr bin ich dann noch nach Hause gekommen – es war echt ein toller Tag. 

Erst machte ich ein paar Aufnahmen an der Konrad-Adenauer-Brücke, wo ich mich zwar schon bei meinen Besuchen 2019 und 2020 befand. Bei beiden Besuchen war das Wetter jedoch schlecht – und diesmal schien die Sonne hier perfekt, und R1.1 9465 konnte hier schön aufgenommen werden.
Auch diese Fahrzeuge stehen demnächst kurz vor der Ablöse – die ersten neuen Niederflurbahnen sind bereits eingetroffen.

Bild 46 – Bonn (D): R1.1 9465 überquert die Konrad-Adenauer-Brücke als Linie 62 am 10.10.2023.

Obwohl nicht ganz viel Zeit übrig war, wollte ich mal etwas weiterhinaus von der Bonner Innenstadt – und entschied mich spontan für die Linie 66 in Richtung Siegburg. In Vilich-Müldorf stieg ich aus und fand nach einem kurzen Fußmarsch weiter in Richtung Osten eine schöne Fotostelle, wo B80 8451 aufgenommen wurde.

Bild 47 – Bonn (D): B80 8451 kurz vor dem Erreichen der Haltestelle Vilich-Müldorf, 10.10.2023.

Weitere Bilder aus Bonn, 10.10.2023: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10576684
Videos aus Bonn, 10.10.2023: https://youtu.be/9omnvfJ5xdA

Am Wochenende danach kehrte ich nochmals nach Krefeld mit der Kamera zurück – da Krefeld und Aachen nicht weit weg sind, bin ich in den ersten Wochen doch recht fast jedes Wochenende zurückgefahren, weil immer irgendetwas war, oder einfach um mich auszuschalten, denn in Aachen hätte ich am Wochenende eh nichts machen können (die anderen sind meist auch nach Hause gefahren). 
Am Sonntag, den 15. Oktober war das Wetter recht gut, so nahm ich den FOC 612 in Krefeld-Bockum an der Haltestelle Sonnenhof als Linie 043 nach Krefeld Nordwall auf. 
Viele Bäume waren für diesen Datum noch ungewöhnlich grün, der Herbstlaub begann dieses Jahr recht spät. 

Bild 48 – Krefeld (D): FOC 612 vor der Haltestelle Sonnenhof am 15. Oktober 2023.

Zumindest die Straßenbahnlinien 041, 042 und 043 verkehrten ab dem 16. Oktober wieder regulär. Das wollte ich noch mitnehmen, so nahm ich am frühen Montagmorgen, bevor ich von hier wieder zurück nach Aachen zur Uni fuhr, die ersten über den Hauptbahnhof verkehrenden Straßenbahnen auf. Unter anderem waren auch mit Beginn der Schule wieder M8C im Einsatz, so konnte M8C 842 im Einsatz auf der Linie 042 am frühen Morgen gegen 8 Uhr am Hauptbahnhof auf den nagelneuen Gleisen fotografiert werden.

Bild 49 – Krefeld (D): M8C 845 am Hauptbahnhof, 16.10.2023.

Weitere Bilder von den Gleisbauarbeiten am Krefelder Hauptbahnhof im Oktober 2023: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?005,10582647

November:

Ein spezielles Highlight konnte ich dann noch am Dienstag, den 14. November in Aachen aufnehmen.
In Aachen eine Straßenbahn? Ja, tatsächlich, und zwar sogar ein Krefelder. 
FOC 670 befand sich nach dem Unfall vom 2.7.2022 seit Dezember 2022 in externer Reparatur bei der Firma Talbot in Aachen. 
Nach elf Monaten waren die Reparaturen bei Talbot abgeschlossen, sodass der Rücktransport für diesen Wagen am Abend des 14.11., kurz nach 22 Uhr starten konnte. 
Auf der Jülicher Straße in Aachen konnte ich dann diesen speziellen und seltenen Schwertransport kurz nach dem Verlassen des Werksgelände von Talbot aufnehmen.

Bild 50 – Aachen (D): FOC 670 der SWK Mobil auf dem Tieflader auf der Jülicher Straße in Aachen, zurück auf dem Weg nach Krefeld am 14. November 2023.

Dezember: 

Der Dezember war nicht mehr spannend, das Wetter war nicht gut, und vieles gab es nicht mehr zu fotografieren. 
So langsam schlug unitechnisch auch die Zeit der E-Tests (Zwischenüberprüfungen) voll zu, sodass auch nicht viel Zeit übrig blieb.
Schließen wir diesen Beitrag mit einem letzten Foto vom vergangenen Montag ab, als der M8C 845 im Einsatz auf der Linie 044 an der Voltastraße aufgenommen wurde. 
Die Linie 044 wird noch bis August diese Umleitung über die Philadelphiastraße fahren. 

Bild 51 – Krefeld (D): M8C 845 am 18. Dezember 2023 auf dem Weg nach Linn.

Ich wünsche euch eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2024! 
Im neuen Jahr werden wir uns wieder hören 🙂

Liebe Grüße
Ryokan