Am Sonntag, 11.10.2020 findet die Aufführung eines Kompositionsprojekts im Bezug zu 250 Jahre Beethoven in Bonn statt, heute fand die Probe hierzu statt.
Bereits am 7. Dezember 2019 ging es wegen dieses Kompositionsprojekts nach Bonn – an einem trüben Samstag im Winter – an dem ich ziemlich ausführlich in der Innenstadt fotografierte.
Heute war ich deutlich weniger aufgeregt was das Fotografieren anging, da ich bereits die Strecke kannte, und das noch beschissenere Wetter und die nasswerdende Linse hat meine Laune zunichte gemacht, sodass ich nicht mehr in Bonn abseits von der Innenstadt fotografiert habe. In der Innenstadt entstanden zwar einige brauchbare Aufnahmen, die aber vom Motiv her eigentlich nicht mehr zu bieten hat als die Fotos vom 7. Dezember 2019. Und von der Fotoqualität her – ist es diesmal sogar mal schlechter als damals. Kein Autofokus bei Regen ist wirklich ein Problemfall. Und das Alter – ja, gerade beim Regen merkt man schon den Unterschied zwischen einer 1 1/2 Jahre alten Objektive, mit der ich damals noch fotografierte, und einer 27 Jahre alten Objektive, mit der ich seit dem 23. März fotografiere, da meine neue Objektive ja damals wie berichtet kaputt gegangen ist. Objektive ins Fahrradkorb und dann von einer 30 cm hohen Bahnsteigkante mit mehr als 5 km/h runterfahren – wie dumm musste man denn bitte gewesen sein. Naja, wie auch immer, wie gewohnt zeige ich euch die Fotos von heute nun trotzdem mal. Denn am Ende ging es zur Abwechslung heute auch mal nach Köln, wenn man sowieso elf Euro bis Dormagen zahlen musste, egal ob man mit dem RE oder mit ner Stadtbahn druch Köln fährt. Aber als ich in Köln war, hatte ich nur noch ganz wenig Motivation – aus einem anderen Grund – dazu später mehr.
1) Relativ scharf gelang mir irgendwie das Foto von Tw 9471 am Konrad-Adenauer-Platz. Der einzige Ort, wo ich heute zum ersten Mal war – letztes Mal befand ich mich nur auf der anderen Rheinseite, doch die Probe fand im Brückenforum statt, welches eben auf dieser Rheinseite war. Ich hätte auch in Richtung Beuel fotografieren gehen können, aber wie gesagt, wegen dem Wetter, hatte ich zunächst nicht so viel Motivation zum Fotografieren.

2) Auf der bekannten Brücke wurde Tw 9466 fotografiert, der Wagen, den ich auch am 26.06.2011 noch im Alter von 7 Jahren fotografiert hatte.
Schön, ihn wieder zu sehen.

3) Die Werbung von 9461 erschien mir recht neu – bezeugen kann ich es nicht. Ich hab diese Bahn aber wohl am perfekten Ort fotografiert – die Bertha-Bahn am Bertha-Suttner-Platz.

4) 9467 mit dem dunkelblauen Lack rauscht die Brücke runter und erreicht bald die ebengenannte Haltestelle. Den dunkelblauen Lack fand ich auch schon letztes Mal einfach nur blöd zum Fotografieren, hat mich bisschen geärgert, rot-weiß wär hier schöner gewesen. Aber was soll’s.

5) Ein kleines Glückstreffer an der nächsten Kreuzung. 9469 mit der Werbung für Limbach Immobilien als Dienstfahrt – und im Video gut zu sehen, ist er hier tatsächlich mal nach links abgebogen, was man sonst im täglichen Linieneinsatz eher weniger erlebt. Nur blöd, dass ich exakt den selben Wagen an der selben Stelle bereits am 7. Dezember 2019 fotografiert hatte. Hätte es denn nicht ein anderer Tw sein können…

6) Dann aber ein ganz großer Glücksfall, den ich letztes Mal nicht erlebt hatte. Oder kommt das zumindest an Werktagen schon öfter vor?
Mit Tw 9362 kam mir kurz vor dem Erreichen der (H) Stadthalle ein Solo-B80 auf der Linie 66 entgegen, und dabei noch einen in der alten grünen Lackierung!

7) Schnell danach knipste ich noch den 9470 ab, der auch schon im vorherigen Bild hinten zu sehen war.

8) Ich lief die selbe Strecke ab wie letztes Mal, 9465 auf der Strecke zwischen Thomas-Mann Str und Stadthalle…

9) Damit es nicht zu langweilig wird, zwischendurch mal ein Spielchen was Perspektive angeht…

10) 9458 in die Gegenrichtung, wenigstens konnte ich dank dieses Wetters auch häufig in beiden Richtungen fotografieren.

11) Wenige Meter weiter 9454, eines der wenigen Bilder, das aufgrund der Vegetation nicht mit den Bildern vom 7. Dezember 2019 zu verwechseln ist – wie auch eigentlich viele der vorherigen Bilder, aber hier wird es mit dem rot nochmal besonders auffällig.

12) Zum Abschluss der Bonner Tram noch 9455 am Hauptbahnhof, den ich bislang noch nicht fotografiert hatte.

13) Dann ging es mal zur Haltestelle Bonn-West, aus nostalgischen Gründen – denn am 16. Januar 2016 befand ich mich dort (damals auch wegen einem Kompositionsprojekt) und ich wollte mal sehen, wie es denn da heute aussieht.
Tja, die Hälfte des Bahnsteigs war mit Zäunen gesperrt, die Haltestelle erschien mir im Gegensatz zu damals viel kürzer und viel kleiner. Ob das vielleicht auch daran liegt, dass ich damals noch ca. 1,33 Meter groß war?
Heute traf ich dort 2260 unterwegs als Linie 18 auf dem Weg nach Bonn Hbf.

14) Schon direkt kam die 18 in die Gegenrichtung angefahren mit Tw 2321 als führender Wagen. Der brachte mich bis nach Köln.
Ich hatte tatsächlich irrtümlicherweise gedacht, dass die 16 und 18 parallel bis Köln fahren, so stieg ich ohne Bedenken in die 18. Erst nach knapp zehn Minuten bemerkte ich, dass die 18 ja einen viel größeren Umweg fährt – und gerade bis zur (H) Neumarkt / Heumarkt hatte ich da locker 20 Minuten Verlust dadurch, dass ich die 18 genommen habe – die 16 wäre genau eine Minute nach der 18 gekommen. Fotografisch interessant war die Strecke der 18 auch nicht, also fuhr ich einfach bis zum Neumarkt durch. Damit saß ich fast ne ganze Stunde in diesem alten B-Wagen drin.

15) Dann sollte es wenigstens Sinn gemacht haben, nach Köln zu haben… ähh, naja. Ich bevorzugte Strecken, auf denen die B80 straßenbündig fahren – hat man auf der Route via 18 kaum gefunden. Die Sonne stand mittlerweile recht tief. Am Heumarkt gab’s dann eine kleine Lücke, wo die Sonne hineinschien – jedoch auch schon fast zu frontal. Und dieser eine Mini-Schatten auf der Front der Bahn hat das Bild wieder mal besonders zerstört, sonst sähe es trotz der frontalen Sonne eigentlich garnicht mal so schlecht aus.

16) Den 4101 fotografierte ich ein Ticken schneller, aber selbst da war der Schatten schon ein wenig drauf.
Dann wollte ich zur Linie 5 – äh ja, die musste ich erstmal suchen. Und als ich den gefunden hab, war ich überrascht. Denn die Haltestelle Heumarkt der Linie 5 fand ich nun wirklich mehr als interessant. Es fühlte sich eher an, als würd ich gerade in eine Pariser Metro einsteigen. Zwei Ebenen runter in einem Bahnhof hochmodernen Stil, heller moderner Bahnsteig, zwei Gleise, doch im ganzen Bahnhofsgelände – menschenleer. Gerade war die Bahn abgefahren, machte sich nur ein Obdachloser da auf der Bank gemütlich. Ich blicke in die eine Richtung, sehe einen Tunnel, blicke in die andere – Endstation. Ein grauer Klotz und ein rot-weißer Schild. Da geht’s nicht mal weiter. Sollte da ursprünglich mal ein großer unterirdischer Bahnhof entstehen oder warum ?? baut man bitte für eine Endhaltestelle einer einzigen Linie 5, die dort an nem Freitagnachmittag nur mit vier Fahrgästen abfährt, einen so umfangreichen, hochmodernen Bahnhof mit knapp hundert Meter Rolltreppe, so viel Belichtung und modernes? Ich war ja überrrascht, dass man in Deutschland auch sowas mal bauen kann, aber warum musste es denn ausgerechnet die Haltestelle Heumarkt der Linie 5 sein – ich meine, wie teuer muss das Ganze denn gewesen sein ?! Da hätte man die Fördermittel doch nun wirklich mal wo anders viel sinnvoller einsetzen können…

17) Als ich dann im Nordwesten der Stadt eine kurze Strecke straßenbündiger Stadtbahn gefunden habe, war’s dann schon zu spät – die Sonne stand mittlerweile viel zu tief, um gute Fotos machen zu können.
Nach einer Aufnahme von 5141 ging’s dann nach Hause … wo ich von Bonn direkt aus hätte zwei Stunden früher sein können. Aber was soll’s – ich bin recht viel rumgefahren und auch wenn es ein wenig lästig war, war das andererseits auch recht interessant, interessant, sowas wie die Haltestelle Heumarkt der Linie 5 gesehen zu haben.

Ich hoffe, euch hat der Bericht trotz allem gefallen…
Und nun erstmal eine schöne Herbstzeit!
Ryokan